Bäuerliche Familienbetriebe mit ihren Beschäftigten dürfen nicht allein gelassen werden
Die geplante Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf gefährdet Arbeitsplätze, bäuerliche Familienbetriebe und regionale Wertschöpfung. Die Katholische Aktion der Erzdiözese Wien (KA EDW) fordert daher eine regionale, österreichische Lösung, die die heimische Lebensmittelverarbeitung erhält und die Ernährungssouveränität Österreichs stärkt.
Die Petition für den Erhalt des Marchfelder Tiefkühlgemüses hat innerhalb von einer Woche mehr als 100.000 Unterschriften erreicht. Weihbischof Stephan Turnovszky hat am vergangenen Wochenende vor den Folgen der Schließung für Landwirtschaft, Versorgungssicherheit und Umwelt gewarnt. Die Landtagssitzung am 22. Oktober bietet eine wichtige Gelegenheit, konkrete Schritte für eine tragfähige Zukunftslösung einzufordern.
Mehr als 100.000 Unterschriften sind ein starkes Zeichen gesellschaftlicher Solidarität. Die Menschen wollen, dass heimische Lebensmittel auch künftig in Österreich angebaut und verarbeitet werden und Beschäftigte sowie bäuerliche Familienbetriebe eine Zukunft haben! Jetzt braucht es konkrete Schritte statt bloßer Absichtserklärungen.
Reinhard Bödenauer, Präsident der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien, betont:
„Ernährungssouveränität bedeutet, Verantwortung für die Produktion und Verarbeitung unserer Lebensmittel zu übernehmen. Wenn heimisches Gemüse nicht mehr in Österreich verarbeitet werden kann, verlieren wir regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit. Bäuerliche Familienbetriebe mit ihren Beschäftigten dürfen in dieser Situation nicht allein gelassen werden.“
Genossenschaftslösung als Chance
Die Katholische Aktion unterstützt die ernsthafte Prüfung einer Genossenschaftslösung, wie sie von Agrana-Chef Stephan Büttner und den niederösterreichischen Grünen in die Diskussion eingebracht wurden. Gemeinsam mit Partnern aus Landwirtschaft, Wirtschaft, Handel und öffentlicher Hand könnte eine neue Trägerstruktur für die heimische Gemüseverarbeitung entwickelt werden. Die KA schlägt vor, auch für Privatkunden die Möglichkeit zu schaffen, Anteile zu zeichnen. Damit wäre die Möglichkeit gegeben, dass Mitglieder aus KA-Gliederungen, Pfarren, Ordensgemeinschaften, etc. aktiv unterstützen können.
Auch wenn Medienberichte von Interessenten und möglichen Alternativen zur bisherigen Produktion sprechen, ist eine verbindliche Gesamtlösung noch nicht gefunden. Umso wichtiger ist es, jetzt alle tragfähigen Modelle zu prüfen.
(ps/22.10.2026)


