„Ein Pass, der passt!“ ist wichtig für die Demokratie
Eine im Rahmen der Demokratiewoche präsentierte Inititiave fordert die österreichische Staatsbürgerschaft für Kinder, die in Österreich geboren werden, wenn ihre Eltern schon mehrere Jahre rechtmäßig hier leben. Um im demokratischen Sinn gleichberechtigt zu sein, müssen sie eine Einbürgerung beantragen, so als ob sie neu zugewandert wären. Dafür wird ihnen in Österreich aber die Hürde durch besonders strenge Bedingungen für Einbürgerungen sehr hoch gelegt – unabhängig davon, wie sehr sie und ihre Familien sich engagieren und gesellschaftlich integriert sind. Diese Kinder erleben Ungleichbehandlung von Geburt an. Das tut der Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft nicht gut, ist die Katholische Aktion überzeugt.
Wahlrecht tut der Demokratie gut
„Die Demokratie, die im antiken Athen als ein System entstand, das sich um politische Partizipation drehte, hat sich seit der Zeit von Perikles und Aspasia signifikant weiterentwickelt. Zeitgenössische Systeme wie die österreichische Republik legen sowohl Wert auf Partizipation als auch auf Repräsentation: Der Kern einer gesunden Demokratie liegt heute nicht nur in der Beteiligung der Bürger:innen, sondern auch in der Repräsentation ihrer unterschiedlichen Interessen“, heißt es im KAÖ-Dossier „Demokratie leben und gestalten“ (Kapitel 3). Als ein Problem wird identifiziert, dass bei der letzten Nationalratswahl im Jahr 2024 ein Fünftel aller Menschen, die Teil der österreichischen Gesellschaft sind, nicht wählen durften. Darunter sind viele, die ihr gesamtes Leben in unserem Staat verbracht haben und deren Eltern bereits hier tief verankert sind. „Es tut dem demokratischen Miteinander einer Gesellschaft nicht gut, wenn Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt hier haben, ihr ganzes Leben hier verbringen und auch nirgendwo anders dazugehören, von zentralen Elementen der Mitbestimmung ausgeschlossen sind“, ist KAÖ-Vizepräsident Thomas Immervoll überzeugt.
Teilhabe darf nicht vom Einkommen abhängen
Darum unterstützt die KAÖ die am 20. Oktober 2026 präsentierte Staatsbürgerschaftsinitiative "Ein Pass, der passt!", deren Initiator:innen die Politikwissenschafter Rainer Bauböck und Gerd Valchars und die Regisseurin Olga Kosanović sind. Mit einer Petition setzen sich die Unterzeichner:innen dafür ein, dass in Österreich geborenen Kindern, deren Eltern schon jahrelang legal hier leben, die Staatsbürgerschaft automatisch verliehen wird. Unter den Erstunterzeichnern finden sich auch Bischof Hermann Glettler, Univ. Prof. Regina Polak (Praktische Theologie) und KAÖ-Präsident Ferdinand Kaineder. „Die Staatsbürgerschaft begründet Möglichkeiten politischer Teilhabe. Ein gerechteres Staatsbürgerschaftsrecht ist daher eine Voraussetzung einer modernen demokratischen Gesellschaft,“ betont Thomas Immervoll. „Teilhabe darf nicht vom Einkommen oder gesellschaftlichem Status abhängen.“ Juristisch wird das Recht auf Staatsbürgerschaft per Geburt „ius soli“ genannt.
Die Katholische Aktion Österreich ruft zur Unterstützung der Initiative „Ein Pass, der passt“ auf. Nähere Informationen und Unterzeichnung hier:
Jetzt unterzeichnen: Staatsbürgerschaft für hier geborene Kinder | mein #aufstehn
Siehe das KAÖ-Dossier „Demokratie leben und gestalten“
(ps/20.10.2026)


