Katholische Aktion für umfassende, konkrete ökologische Umkehr
Anlässlich der am 1. September beginnenden „ökumenischen Schöpfungszeit“ erinnert das Präsident:innen-Team der Katholischen Aktion Österreich daran, dass eine bewusste Hinwendung zur Mit- und Umwelt die Chancen auf eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen auf diesem Globus erhöht werden. Dazu braucht es auf allen Ebenen und allen Lebensfeldern eine konsequente sozial-ökologisch-spirituelle Lebenspraxis, sowohl auf der individuellen Seite als auch auf struktureller Ebene. Der Hitzesommer zeige einmal mehr, dass überall eine ökologische Umkehr und ein neues Verständnis von Mitweltgerechtigkeit notwendig sei. Diese besondere Zeit versteht sich als Einladung an Einzelne ebenso wie an Verantwortungsträger:innen.

Mentale Scheuklappen machen Fakten unsichtbar
Wir sehen auf der einen Seite eine Art von Klimaangst und auf der anderen Seite das Gefühl des Nichts-Tun-Könnens. Diese gefährliche Mischung, die derzeit vor allem von rechtspopulistischen Kräften bewirtschaftet wird, spornt uns an zum Handeln. Die allerorten sichtbaren und spürbaren Fakten der Klimaveränderung werden durch mentale Scheuklappen verdrängt. Eine große Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich mehr Klimaschutz-Maßnahmen von Politik und Wirtschaft. Das sehen wir als Nährboden für einen glaubwürdigen und ernst gemeinten Klimaschutz durch ein konsequentes Klimaschutzgesetz. Österreich braucht dringend ein Gesetz, das den Klimaschutz im Namen hat. Denn es geht um den Schutz unserer Lebensbasis für die Zukunft. Auch eine Wirtschaft, die den Klimakatastrophen weiter ausgesetzt wird, ist nicht zukunftsfähig.
Katholische Aktion fordert verbindliche Maßnahmen
Die Katholische Aktion fordert ein Klimaschutzgesetz, das klare Ziele, Maßnahmen und Verbindlichkeiten beinhaltet. Darunter fallen ein Stopp der Errichtung neuer Autobahnen und Schnellstraßen, ein konsequentes Raus aus allen fossilen und Rein in erneuerbare Energieträger sowie einen Plan zur Reduktion von Energieverbrauch, Schluss mit umweltschädlichen Förderungen wie steuerbefreites Kerosin zum Fliegen, Dieselprivileg oder Pendlerpauschale und Reduktion von Bodenverbrauch. Es braucht ein tiefgreifendes Umdenken und ein Nachjustieren von Lebensentwürfen. Die Schöpfungszeit kann ein Antrieb dafür sein, politisch und wirtschaftlich endlich eine Gestalterrolle einer sozial-ökologisch-nachhaltigen Gesellschaft einzunehmen.
Eigene Lebenspraxis reflektieren
In dieser Schöpfungszeit der Kirchen kann und soll auch jede und jeder einzelne seinen Betrag leisten. Die Katholische Aktion schlägt vor, die je eigene Lebenspraxis in mehreren Feldern zu reflektieren und gegebenenfalls zu verändern: Ernährung und Konsum (regional und saisonal einkaufen, Fleischkonsum reduzieren, Plastik vermeiden, keine Lebensmittelverschwendung), Energie und Ressourcen (Stromverbrauch senken, Heizung optimieren, Wasser sparen, Ökostrom verwenden), Mobilität (zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren, auf Öffis umsteigen, Carsharing und Mitfahrgelegenheiten nutzen, Flugreisen vermeiden), Gemeinschaft (Gärten gemeinsam betreiben, Tauschbörsen, Vorträge und Gottesdienste, um einem genügsamen Lebensstil Kraft zu geben) und politisches Engagement (Petitionen, Briefe an Zuständige schreiben, Kooperationen eingehen, politische Verantwortung übernehmen). „Gerade diese Zeit einer genügsameren Lebenspraxis eröffnet die Chance, im Weniger das Wesentliche zu erkennen und zu genießen“, ist KAÖ-Präsident Ferdinand Kaineder überzeugt.
Siehe auch KAÖ-Dossier Ökologische Umkehr und Mitweltgerechtigkeit
(ps/1.9.2026)

