25 Jahre www.lagerquartier.at: Österreich gehen die Quartiere aus
Vor 25 Jahren waren auf der Plattform lagerquartier.at noch mehr als 700 Gruppenunterkünfte für Kinder- und Jugendlager in Österreich gelistet. Heute sind es nur noch etwas mehr als 300. Die Katholische Jungschar Österreichs sieht diese Entwicklung mit Sorge, denn leistbare Ferienlager werden dadurch zunehmend schwieriger zu organisieren.
Seit 2001 unterstützt die von der Katholischen Jungschar betriebene Plattform Gruppen bei der Suche nach geeigneten und kostengünstigen Unterkünften für Ferienlager. Zum 25-jährigen Bestehen der Plattform fällt die Bilanz jedoch ernüchternd aus: Die Zahl der verfügbaren Quartiere hat sich in dieser Zeit mehr als halbiert.

Leistbare Quartiere ermöglichen leistbare Ferien
Für viele Familien sind Ferienlager eine der wenigen Möglichkeiten, ihren Kindern während der neunwöchigen Sommerferien eine abwechslungsreiche und zugleich erschwingliche Ferienwoche zu ermöglichen. Pfarrliche Jungscharlager spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie werden großteils von ehrenamtlich engagierten jungen Menschen organisiert und können deshalb vergleichsweise kostengünstig angeboten werden. Kinder erleben dort Gemeinschaft, Natur und Abenteuer, übernehmen Verantwortung und können Neues ausprobieren. Gerade für Kinder, deren Familien sich kommerzielle Ferienangebote nicht leisten können, sind solche Angebote besonders wichtig. Umso problematischer ist es, dass geeignete und leistbare Gruppenunterkünfte zunehmend verschwinden. Für ehrenamtliche Gruppenleiter:innen wird es dadurch schwieriger, Lager langfristig zu planen und die Kosten für Familien niedrig zu halten.
Katholische Jungschar appelliert an Quartierbetreiber:innen und politisch Verantwortliche
Die Katholische Jungschar Österreichs appelliert daher an Betreiber:innen von Gruppenunterkünften, bestehende Quartiere nach Möglichkeit zu erhalten und weiterhin für Kinder- und Jugendgruppen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig braucht es aus Sicht der Katholischen Jungschar bessere politische und rechtliche Rahmenbedingungen. Freiwilligenorganisationen, die Ferienlager und andere Betreuungsangebote ermöglichen, brauchen langfristige finanzielle Unterstützung, um ihre Angebote, insbesondere im Bereich Kinderschutz, auch weiterhin qualitätsvoll weiterentwickeln zu können. Auch Förderungen für Ferienbetreuung sollten österreichweit besser abgestimmt und inklusive Angebote gezielt unterstützt werden - etwa für Kinder mit Behinderung oder für Familien, denen die finanziellen Mittel für Ferienangebote fehlen.
Veronika Schippani-Stockinger, Vorsitzende der Katholischen Jungschar, plädiert für die Unterstützung dieser Familien: „Leistbare Ferienangebote dürfen nicht davon abhängen, wie viel Geld eine Familie zur Verfügung hat. Politik und Gesellschaft sind gefordert, die notwendigen Räume und Rahmenbedingungen zu erhalten, damit möglichst alle Kinder Gemeinschaft, Erholung und Abenteuer in den Ferien erleben können.“
Unter www.lagerquartier.at finden Gruppen eine österreichweite Suche nach kostengünstigen Unterkünften.
Weitere Informationen und Praxishilfen für Ferienlager bietet die Katholische Jungschar auf www.jungschar.at.
(ps/31.8.2026)

