Trockenheit: „Wir können nicht weitermachen wie bisher"
Die anhaltende Trockenheit in Österreich hat sich zu einer ernsten ökologischen und wirtschaftlichen Krise entwickelt. Laut GeoSphere Austria zählen die vergangenen Monate zu den trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Landwirtschaft kämpft mit massiven Ernteausfällen, in vielen Grünlandregionen drohen Einbußen von bis zu 50 Prozent. Zahlreiche Bäuerinnen und Bauern müssen bereits jetzt auf ihre Winterfutterreserven zurückgreifen. Auch Flüsse, Grundwasserspiegel und Ökosysteme leiden unter dem anhaltenden Wassermangel. Dazu kommen gesundheitliche Bedrohungen, vor allem für Kinder, alte und kranke Menschen. Die aktuelle Dürre macht deutlich: Die Klimakrise ist keine Bedrohung der Zukunft, sondern Realität im Hier und Jetzt. Sie und verlangt entschlossenes, solidarisches Handeln auf allen Ebenen.
Natur ist Lebensgrundlage und Mitwelt
„Die Natur lässt uns hautnah spüren, dass wir sie endlich als unsere Lebensgrundlage und Mitwelt sehen und behandeln“, betont Ferdinand Kaineder, Präsident der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ). Schöpfungsverantwortung müsse sich nicht nur im persönlichen Lebensstil, sondern auch auf politischer, gesellschaftlicher und kirchlicher Ebene konkret zeigen. Ein mitweltgerechtes Leben und Wirtschaften sei heute wichtiger denn je.

Mitweltgerechtigkeit braucht konsequentes Handeln
Die jüngsten Niederschläge dürften nicht dazu führen, die Ursachen der Krise aus dem Blick zu verlieren. „Wenn Regen fällt, lässt uns das kurzfristig aufatmen. Doch Schöpfungsverantwortung und Mitweltgerechtigkeit heißen, konsequent am Klimaschutz dranzubleiben und radikale Maßnahmen umzusetzen“, so KAÖ-Präsident Kaineder. „Wir können nicht weitermachen wie bisher. Es braucht mutige und entschlossene Schritte, um eine ökologische Umkehr sowie einen Wandel hin zu einer sozial-ökologischen Politik und Wirtschaftsordnung einzuleiten. Die Natur schreit danach.“
Schuldenstundung für Bäuerinnen und Bauern
Die aktuelle Situation zeigt wieder einmal die Bedeutung von Solidarität und Zusammenhalt in Krisenzeiten. Als akute Unterstützung für die von der Trockenheit besonders betroffenen Bäuerinnen und Bauern appelliert die KAÖ an Banken und Kreditinstitute, bestehende Schulden vorübergehend zu stunden. „Ein Aussetzen von Rückzahlungen bis zur wirtschaftlichen Stabilisierung der Betriebe würde für viele Landwirtinnen und Landwirte eine immense Entlastung bedeuten. Für finanzielle Überbrückungshilfen könnten etwa Genossenschaftsrücklagen aktiviert werden.“
Appell an Regierungen, Klimaschutz zur Priorität zu machen
Darüber hinaus richtet die KAÖ einen dringenden Appell an die Bundesregierung sowie die Landesregierungen, alle verfügbaren Maßnahmen zur Senkung der CO₂-Emissionen zu ergreifen – sowohl im eigenen Wirkungsbereich als auch auf europäischer Ebene. „Die Jahre 2023 und 2024 haben gezeigt, dass sinkende Emissionen möglich sind, wenn der politische Wille vorhanden ist. Angesichts der zunehmenden Klimaauswirkungen braucht jetzt entschlossenes politisches Handeln und klare Prioritäten für den Klimaschutz. Wir brauchen dringend ein naturnahes Klimaschutzgesetz“, so Ferdinand Kaineder abschließend.
(ps/18.8.2026)

