„Die Situation in Buenaventura wird jeden Tag schwieriger“
Am 10. August 2026 erschütterte ein starkes Erdbeben Kolumbien.
Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar unterstützt zahlreiche Projekte in diesem Land. Der Sondernewsletter "Erdbeben Kolumbien" berichtet über die Lage eine Woche nach dieser Naturkatastrophe und bittet um Unterstützung:
Seit dem schweren Erdbeben vom 10. August versuchen unsere Partner:innen herauszufinden, wie es den Menschen geht, mit denen sie arbeiten.
Doch das ist vielerorts alles andere als einfach. Mobilfunk und Strom sind ausgefallen, Straßen durch Erdrutsche blockiert. Manche Gemeinden sind nur schwer oder überhaupt noch nicht erreichbar. Und so wird das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe erst nach und nach sichtbar.

Zehntausende Menschen sind betroffen
Ein aktueller Bericht aus der Region zeigt, wie groß die Zerstörung bereits jetzt ist. Allein im Departamento Chocó sind mehr als 43.000 Menschen betroffen. Tausende Häuser wurden laut bisheriger Erhebung vollständig zerstört. 38 Schulen, sieben Gesundheitseinrichtungen und fast alle Wasserversorgungssysteme wurden beschädigt.
Auch aus Buenaventura werden immer dramatischere Zahlen gemeldet: über 7.000 Häuser sind beschädigt, davon gelten über 2.000 als vollständig zerstört. Viele wurden getötet, mehr als 2.500 Menschen verletzt. Die Gesundheitsversorgung ist stark belastet, viele medizinische Einrichtungen sind schwer beschädigt.
Doch diese Zahlen erzählen nur einen Teil der Geschichte
Aus vielen ländlichen Regionen fehlen noch Nachrichten. Während aus den Städten langsam mehr Informationen eintreffen, ist die Situation in vielen ländlichen Gebieten weiterhin kaum überschaubar.
Teams unserer Partner:innen sind deshalb unterwegs, um Gemeinden zu erreichen und Schäden zu erfassen. Der aktuelle Bericht warnt ausdrücklich davor, dass gerade abgelegene Gemeinden bei der Erfassung der Schäden und bei der Verteilung von Hilfe zurückbleiben könnten. Und genau dort arbeiten viele unserer Partner:innen.
Wenn sauberes Wasser fehlt
Besonders große Sorgen macht uns die Wasserversorgung, da viele Wasserversorgungssysteme schwer beschädigt sind.
Wo Leitungen und Infrastruktur zerstört sind, Verkehrswege ausfallen und Gemeinden abgeschnitten sind, wird sauberes Wasser schnell zur Überlebensfrage: zum Trinken, zum Kochen, für Hygiene und zur Versorgung verletzter Menschen.
Unsere Partner:innen prüfen deshalb derzeit unter anderem, wo Wassertanks und andere Formen der Wasserversorgung notwendig sind.
Eine Katastrophe trifft auf eine bestehende Krise
Das Erdbeben trifft eine Region, deren Bevölkerung schon vor der Katastrophe unter schwierigen Bedingungen gelebt hat.
In den betroffenen Regionen führen bewaffnete Konflikte, Vertreibungen und Bedrohungen seit Jahren dazu, dass Menschen ihre Lebensgrundlagen verlieren oder ihre Dörfer nicht sicher verlassen können. Der aktuelle Bericht warnt deshalb davor, die betroffenen Gemeinden so zu behandeln, als hätten sie vor dem Erdbeben unter normalen Bedingungen gelebt.
Hinzu kommt eine politisch schwierige Situation: Erst wenige Tage vor dem Erdbeben hat in Kolumbien eine neue Regierung ihr Amt angetreten. Eingespielte Übergabestrukturen fehlen. Wie rasch staatliche Hilfe gerade abgelegene und von Konflikten betroffene Regionen erreicht, ist derzeit schwer abzuschätzen.
Wir wollen helfen können, sobald klar ist, wo die Not am größten ist
Noch kennen auch wir nicht das gesamte Ausmaß der Katastrophe. Unsere Partner:innen besuchen Gemeinden, sprechen mit Familien und erheben, was jetzt und in den kommenden Wochen am dringendsten gebraucht wird.
Schon jetzt geht es um sauberes Wasser und Lebensmittel, um Hygieneartikel und sichere Unterkünfte, um psychosoziale Begleitung für Kinder und Familien – und später auch um die Reparatur und den Wiederaufbau zerstörter Häuser.
Kolumbien: Soforthilfe nach dem Erdbeben - Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar
(ps/17.8.2026)

