Männliche Stärke zeigt sich in Absage an populistische Spaltung
Auf ihrer diesjährigen Sommerakademie von 23. bis 25. Juli in Pyhra bei St. Pölten verabschiedete die Katholische Männerbewegung Österreich (KMBÖ) eine Erklärung zum Jahresthema „Friede und dann? Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“. Diese setzt wie ein kleines Manifest die Erkenntnisse der diesjährigen Sommerakademie in die Praxis um und umfasst vier Punkte:
- Männliche Stärke zeigt sich nach dem Evangelisten Lukas nicht in Härte oder Polarisierung, sondern im Mut zur Barmherzigkeit, der aktiven Versöhnung im Alltag und der klaren Absage an populistische Spaltung.
- Vergebung und die Sorge für Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sind die Grundlage für einen echten Frieden. Als Katholische Männerbewegung wollen wir Räume zur Verfügung stellen, in denen Verständnis für gegensätzliche Standpunkte wachsen kann.
- Wir setzen uns dafür ein, dass Religion nie als Rechtfertigung für Gewalt missbraucht wird. In der Nachfolge Jesu wollen wir die Spirale der Gewalt durchbrechen.
- Unser Ziel sind kleine, konkrete Schritte mit denen wir Vertrauen aufbauen, wo Misstrauen herrscht.
80 neue KMB Gruppen zum 80. Geburtstag der KMBÖ 2028
Auch der Referatsbischof der Katholischen Aktion, Hermann Glettler, war zu Gast. Er wünscht sich für das 80-Jahr-Jubiläum der KMBÖ 80 neue KMB Gruppen in ganz Österreich. Er referierte sehr persönlich, angereichert durch viele Geschichten und mit humoristischen Einlagen. Es gelte, die Wahl zu treffen, welchem Geist, welcher Energie wir Raum geben. Bezugnehmend auf das Motto der Sommerakademie „Friede und dann? Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ betonte der Innsbrucker Bischof: „Friede ist eine tägliche Entscheidung: für Friedfertigkeit, Gewaltfreiheit, Gespräch. Versöhnung ist ein Weg, beginnend mit Schritten der Vergebung. Die uralten Geschichten und Altlasten in unseren Familien“ gelte es nicht hinzunehmen, sondern „jetzt zu ändern!“ Dabei ist der „Christliche Glaube ein einziges Entlastungs-Programm“ Wir sollen „Jesus im Herzen tragen!“
Bezugnehmend auf sein Dialogbuch „Nicht den Hass, die Liebe wählen“, dass Bischof Hermann Gletter gemeinsam mit dem islamischen Geistlichen Abualwafa Mohammed herausgebracht hat, war es ihm wichtig herauszustreichen, dass das Entscheidende die Freundschaft sei. Bei den 15 Buchpräsentationen hätten die Zuhörer:innen angesichts des vertrauten Umgangs des Bischofs mit einem Imam, gespürt, dass hier eine echte Freundschaft bestünde.
Gegen die Volkskrankheit Einsamkeit sollten österreichweit neue KMB-Gruppen gegründet werden. Herausfordernd meinte Bischof Hermann Glettler, dass bis zum 80-Jahr-Jubiläum 2028 80 neue KMB-Gruppen ins Leben gerufen werden könnten.
Vorschau: Romero-Preis 2027
Übrigens 2027 wird der Romero-Preis an Franz Grandits aus dem Burgenland verliehen, der vor 30 Jahren das Projekt „Hilfe Direkt“ gegründet hat. Der pensionierte Tischlermeister aus Stinatz hat über 50 Schulen, Mädchenheime, Krankenhäuser und Waisenhäuser gebaut und begleitet.
Quelle: Presseaussendung der KMBÖ
(rp/27.07.2026)

