Gesundheit und Spiritualität
Mehr als 70 Frauen aus ganz Österreich und Südtirol kamen beim Bildungshaus Sankt Magdalena in Linz zusammen. Unter dem Thema „Gesundheit & Spiritualität“ entstand ein Raum für Reflexion, Begegnung und Aufbruch.
Eröffnungsrede: Gesundheit braucht gerechte Beziehungen
Vorsitzende Mag.ᵃ Angelika Ritter-Grepl eröffnete die Sommerstudientagung 2026 mit einer theologisch fundierten Rede über das Jahresthema. Sie verknüpfte die WHO-Definition ganzheitlicher Gesundheit mit dem biblischen Menschenbild: Gesundheit ist mehr als ein medizinischer Zustand, sie ist eine Lebenshaltung, die gerechte Strukturen, Teilhabe und Anerkennung braucht.
Als spirituelle Ressource griff die Vorsitzende die „Viriditas“, die Grünkraft Gottes, der Mystikerin Hildegard von Bingen auf. Für Ritter-Grepl ist das keine historische Fußnote, sondern gelebte Gegenwart: „Gesundheit beginnt dort, wo wir diese Lebenskraft pflegen, durch ausgewogene Lebensführung, Gebet, Musik, Natur, Gemeinschaft und Zeiten der Ruhe. Wir können nicht ständig geben; auch unsere Seele braucht Nahrung.“
Die Rede verbindet Salutogenese-Forschung mit christlicher Sinngebung und betont die soziale Dimension: Ausgrenzung, Diskriminierung und Machtmissbrauch verletzen Menschen körperlich, psychisch und spirituell. Mit Verweis auf die katholische Soziallehre schloss die Vorsitzende mit einem klaren gesellschaftspolitischen Auftrag: „Wenn wir Hoffnung schenken, Würde achten, Teilhabe ermöglichen und aus dem Evangelium leben, tragen wir zur Heilung unserer Welt bei.“ Denn Gesundheit entstehe dort, wo die von Gott geschenkte Lebenskraft in gerechten Beziehungen wachsen kann.“
Ein herzliches Dankeschön an die gastgebende Diözese
Die kfbö dankt Margit Schmidinger und dem gesamten Team der kfb der Diözese Linz von Herzen für die liebevolle und umsichtige Vorbereitung dieser Tagung. Schmidinger stimmte die Teilnehmerinnen in ihrer Begrüßung mit zwei berührenden Zitaten auf die nächsten Tage ein: „Alles ist mit allem verbunden. Erst im Miteinander von Körper, Seele und Geist kann ganzheitliches Wohlbefinden wachsen“, betont Margit Schmidinger, ehrenamtliche Vorsitzende der kfb der Diözese Linz, Gastgeberin der SOST 2026
Highlights der Tagung
Selbstfürsorge & Selbstliebe: Keynote Mag.ᵃ theol. Angelika Gassner: Wie das Pflegen spiritueller Kraftquellen uns widerstandsfähig und gesund hält.
Körper, Geist & Seele: Acht Workshops von Vagusmeditation über meditatives Gehen bis heilsames Singen: ganzheitliche Gesundheit als gelebte Praxis.
Gemeinschaft als Heilungsraum: Mehr als 70 Frauen aus ganz Österreich und Südtirol: Austausch, Netzwerken und gemeinschaftliches Gebet als Kraftquelle.
Glaube & Gesellschaft: Gäste aus Politik und Kirche unterstrichen: Gesundheitsförderung ist eine gesellschaftliche Verantwortung, nicht nur eine individuelle.
Freude & Kultur: Kirchenkabarett von Ursi Einheller: mit Humor und Tiefgang die großen Fragen des Glaubens berühren.
Die Interviews mit den Workshopleiterinnen sind auf kfb.at und auf der Facebook-Seite der Katholischen Frauenbewegung Österreich nachzulesen.
Quelle: kfbö
(rp/17.07.2026)

