"Die großartige Enzyklika" und "American Dream ausgeträumt?"
Ursprünglich war als Aufmacher für diese QUART der 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten von Amerika am 4. Juli geplant. Doch der Amerikaner auf dem Stuhl Petri hat das verhindert. Nach der Veröffentlichung der ersten Enzyklika von Papst Leo XIV., „Magnifica humanitas“, und dem großen Echo darauf, schwenkten wir um, und Sie lesen jetzt zu Beginn dieser Ausgabe die Kommentare von Redaktionsmitglied Otto Friedrich und des Luzerner Theologen und Ethikers Peter G. Kirchschläger über Leos Enzyklika-Erstlingswerk. „Die von Gott geschaffene großartige Menschheit steht heute vor einer entscheidenden Wahl: Entweder sie errichtet einen neuen Turm zu Babel oder sie erbaut die Stadt, in der Gott und die Menschheit gemeinsam wohnen“, lautet der erste Satz von „Magnifica humanitas“.
Auch die USA stehen an ihrem runden Geburtstag vor einer Richtungsentscheidung: Steuert das Land weiter in Richtung der „Make America Great Again“-Hybris, oder kann und will eine Mehrheit der Bevölkerung zu dem in der Geburtsurkunde der Vereinigten Staaten verbrieften Versprechen auf „life, liberty and the pursuit of happiness“ zurückkehren.

Zu den USA und der Frage, was die Verwerfungen dort für Europa bedeuten, schreibt Helmut L. Müller, früherer Leiter der Außenpolitik in den „Salzburger Nachrichten“, den Kommentar des Quartals.
Anne Aschenbrenner führt uns nach Plymouth, in dessen Hafen der amerikanische Traum seinen Ausgang nahm; und das Buch „Das Ende eines Traums“ des Salzburger Theologen (und QUART-Autors) Andreas G. Weiß beschreibt die Ermüdung des göttlichen Projekts USA, während sich Präsident Donald Trump als göttliches Werkzeug inszeniert.
Die Erinnerung an den Holocaust müsse immer Zumutung bleiben, forderte der Linzer Bischof Manfred Scheuer in seiner Rede zur heurigen Gedenk- und Befreiungsfeier in Mauthausen, die Sie in dieser Ausgabe nachlesen können. Zentral darin ist der in den aktuellen Zeitläuften wichtige Aufruf: Diese Erinnerung heißt immer, Verantwortung zu übernehmen – heute, hier und im eigenen Namen.
In der Rubrik Kopf des Quartals schreibt Rembert J. Schleicher einen Nachruf auf den „Inselmenschen“ Michael Galatik, der aus Ungarn stammende Filmemacher, der seine Uhr immer um eine Viertelstunde vorgestellt hat, damit ihm vor seiner letzten Stunde noch Zeit bliebe.
Wichtiger Mentor Galatiks war QUART-Mitgründer Peter Pawlowsky (dazu mehr in der kommenden Jubiläumsausgabe). In dieser Nummer schreibt Pawlowsky über ein abgelehntes und verschollenes Dokument der Wiener Diözesansynode von 1969 bis 1971. Die wiederentdeckte frühe Kirchenkritik zeigt, schreibt er, „wie weitsichtig Christinnen und Christen waren, wenn sie mitdenken und mitreden konnten“.
Um Weitsicht geht es auch in dem diese Nummer abschließenden Ausstellungsbericht über das Reinhold-Messner-Haus am Helm oberhalb von Sexten. Und ähnlich zu Pawlowskys Resümee über Christinnen und Christen auch hier die Aussage: Ein Haus als Rufzeichen, dass die Berge wild bleiben müssen, „damit auch wir nicht die Orientierung verlieren“.
Inspirierende Lektüre mit der QUART und einen schönen Sommer wünscht Wolfgang Machreich im Namen des Redaktionsteams.
Nr. 2/2026 Die großartige Enzyklika – Quart Online
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(ps/10.7.2026)

