Berufung gilt für alle. Die Taufe kennt keine Geschlechterhierarchie
Am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus erinnert die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) an das Gleichheitsversprechen des Paulus: Durch die Taufe sind alle gleich berufen, unabhängig von Herkunft, Stand und Geschlecht.
Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.' (Gal 3,28). Dieser Satz des Paulus ist das ekklesiologische Fundament, auf dem eine synodale Kirche stehen muss.
"Die Taufe macht uns gleich, nicht irgendwann, nicht in einer fernen Kirche der Zukunft, sondern jetzt. Die Taufe begründet die aktive Teilhabe und Mitverantwortung aller. Die Mitgestaltung durch Laien ist keine progressive Forderung sondern Lehre der Kirche", stellt Angelika Ritter-Grepl, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, fest.

Die kfbö steht für eine Kirche, die Charismen auf Fähigkeit und Geist beruhend anerkennt und nicht wegen biologischer Merkmale. Das Fest Peter & Paul ist für die kfbö Anlass zur Freude und Mahnung zugleich: Petrus und Paulus verkörpern zwei kirchliche Prinzipien, die heute mehr denn je im Gleichgewicht sein müssen. Das petrinische Prinzip steht für Struktur, Amt und Kontinuität. Das paulinische für Charisma, Sendung und die radikale Gleichheit aller im Geist. Eine Kirche, die das paulinische Erbe verdrängt, wird kleiner, nicht heiliger.
Frauen tragen die Kirche, unsichtbar, unverzichtbar
90 Prozent der Kirchenarbeit in österreichischen Pfarren wird von Laien geleistet und der überwiegende Teil davon von Frauen. Als Lektorinnen, Kommunionspenderinnen, Katechetinnen, Pfarrgemeinderätinnen, Seelsorgerinnen. Sie tun es aus Berufung. Nicht weil die Struktur es erlaubt, sondern weil der Geist sie sendet.
"Wenn morgen alle Frauen aus Österreichs Pfarren wegbleiben, bricht die Kirche zusammen. Das ist keine Übertreibung, das ist der Alltag, den wir kennen. Es ist Zeit, diesen Alltag zu benennen, zu würdigen und die strukturellen Konsequenzen daraus zu ziehen", fordert Angelika Ritter-Grepl, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs.
Berufung weltweit: kfbö und teilen.at
Das Gleichheitsversprechen des Paulus gilt nicht nur für Österreichs Kirchen. Die kfbö und die Aktion Familienfasttag (teilen.at) unterstützen Frauen in Tansania, Indien, auf den Philippinen und in Lateinamerika, die in ihren Gemeinschaften verantwortlich leiten, als Organisatorinnen, Bildungsträgerinnen, Schutzräum-Gründerinnen.
"Was Paulus lehrte, leben Frauen seit Jahrzehnten: Sie organisieren, leiten, schützen und begleiten, aus personaler Berufung, auch gegen kirchliche Widerstände. Als kfbö stehen wir solidarisch an ihrer Seite. Denn ihre Berufung und unsere Berufung kommen aus derselben Quelle."
Zum Hochfest Peter & Paul, 29. Juni 2026 – kfb
kfb – Website der Katholischen Frauenbewegung Österreichs
Siehe auch: KAÖ-Dossier Geschlechtergerechtigkeit
(ps/29.6.2026)

