Körper. Seele. Gemeinschaft. Würde. Gesundheit braucht mehr als Medizin
Am Internationalen Aktionstag für Frauengesundheit ruft die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) zu einem ehrlichen Blick auf sich selbst und die Frauen im eigenen Umfeld auf. Frauengesundheit ist für die kfbö kein Nischenthema, sondern eine Grundfrage der Würde und eine, die sich nicht auf den Arztbesuch reduzieren lässt.
Gesundheit ist mehr als das Fehlen von Krankheit. Sie umfasst, wie Frauen sich selbst wahrnehmen, ob sie sich Gehör verschaffen können, ob sie Unterstützung bekommen und ob sie sich erlauben, sich selbst wichtig zu nehmen. Dieser Anspruch steht im Zentrum der kfbö-Arbeit.
Frauengesundheit in all ihren Aspekten, körperlich, geistig, seelisch und spirituell, ist seit dem vergangenen Jahr das Jahresthema der kfbö. Die kfbö-Sommerstudientagung 2026 in Linz setzt diesen Schwerpunkt fort: mit Workshops, Vorträgen und Impulsen, die das Thema aus medizinischer, theologischer, psychosozialer und spiritueller Perspektive beleuchten.
„Frauengesundheit ist für uns keine Privatangelegenheit und kein Randthema. Es ist eine Frage der Würde und die müssen wir gemeinsam stellen. Wir laden heute alle Frauen ein: Haltet inne. Hört auf Euren Leib, denn wir Menschen sind mehr als Körper“, hält Angelika Ritter-Grepl, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, fest.

Körper. Seele. Gemeinschaft.
Frauengesundheit betrifft alle Lebensphasen: von der Jugend über das Familien- und Berufsleben bis ins Alter. Die kfbö setzt sich seit Jahrzehnten für ein ganzheitliches Verständnis ein, das körperliche Vorsorge, psychische Begleitung, soziale Unterstützung und Selbstbestimmung gleichermaßen umfasst.
Psychische Belastungen, die oft unsichtbar bleiben, Erschöpfung, die stille Übernahme von Pflegearbeit, gesellschaftlicher Druck, das Gefühl, immer funktionieren zu müssen, gehören ebenso dazu wie die Frage, ob Frauen Zugang zu Vorsorgeuntersuchungen haben. Hinzu kommt eine spirituelle Dimension: Den eigenen Körper als wertvoll zu erleben und Grenzen benennen zu können ist keine Schwäche, sondern Ausdruck von Würde.
„Wir wissen aus unserer Arbeit: Wenn Frauen gehört werden, wenn Gemeinschaft trägt, wenn Grenzen respektiert werden, dann wird Gesundheit möglich. Das ist kein Luxus. Das ist das Mindeste“, führt Ritter-Grepl aus.
Was wir füreinander tun können
Die kfbö lädt am 28. Mai dazu ein, innezuhalten und bewusst hinzuschauen: auf sich selbst und auf die Frauen im eigenen Umfeld. Zuhören, nachfragen, begleiten, das ist auch Gesundheitsarbeit. Frauen zu ermutigen, Hilfe anzunehmen, Arzttermine wahrzunehmen, sich Auszeiten zu erlauben, ist nicht trivial. Es ist notwendig.
Ob in einer Maiandacht, einem Gesprächsabend, bei einer Beratungsstelle oder im persönlichen Gespräch: Die kfbö und ihre Diözesanverbände bieten Räume, in denen Frauen in jeder Lebensphase ernst genommen werden. Informationen zu regionalen Angeboten sind über die Diözesanverbände zugänglich.
Frauengesundheit ist keine Frage von Grenzen
Gemeinsam mit dem Verein Teilen spendet Zukunft richtet die kfbö den Blick auch auf Frauen, denen Grundlegendes fehlt: In Tansania, Indien, Nepal, auf den Philippinen und in Lateinamerika bedeutet Frauengesundheit häufig etwas viel Existenzielleres als Prävention und Selbstfürsorge; nämlich: Gebären ohne zu sterben. Ernährt werden. Gehört werden.
Teilen spendet Zukunft unterstützt Gesundheitsprojekte in diesen Regionen: mobile Gesundheitsstationen, Ausbildung von Geburtshelferinnen, Aufklärungsarbeit in Schulen und Gemeinden, psychosoziale Begleitung. Jede Spende und jede geteilte Information trägt dazu bei, Frauengesundheit zur Realität zu machen; weltweit.
„Frauengesundheit endet nicht an den Grenzen Österreichs. Sie ist eine globale Frage der Gerechtigkeit. Und Gerechtigkeit beginnt damit, dass wir teilen; unser Wissen, unsere Ressourcen, unsere Aufmerksamkeit“, schließt Ritter-Grepl.
28. Mai – Internationaler Aktionstag für Frauengesundheit: Was wir füreinander tun können – kfb
kfb – Website der Katholischen Frauenbewegung Österreichs
(ps/28.5.2026)

