"Technischer Fortschritt hat allen Menschen zu dienen"
Die Katholische Aktion Österreich zeigt sich zur Präsentation der Enzyklika Magnifica humanitas erfreut über die fundierte Auseinandersetzung von Papst Leo XIV. mit der Wissenschaft und die klaren Leitlinien zum Umgang mit technischem Fortschritt. „Mit seiner ersten Enzyklika stellt Papst Leo unmissverständlich klar: Technischer Fortschritt hat allen Menschen zu dienen und darf keinesfalls eingefahrene Machtverhältnisse verstärken“, resümiert das Präsident:innen-Team der KAÖ. „Fundament ist das Ringen um die unteilbare Menschenwürde. Magnifica humanitas ist damit weit über den Kreis von Gläubigen hinaus ein Angebot für die ethische Bewertung künstlicher Intelligenz.“

„Magnifica humanitas ist am Puls der Zeit. Papst Leo spricht damit in seiner ersten Enzyklika nicht nur eines der drängendsten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit an. Er hat sie in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler:innen, Theolog:innen und Expert:innen aus verschiedenen Disziplinen erarbeitet“, zeigt sich Katharina Renner, KAÖ-Vizepräsidentin, erfreut. „Die Analyse der künstlichen Intelligenz mit Hilfe der Soziallehre ist ein erstaunlich praktikables Werkzeug für den Umgang mit ihr. Sie ist offen für den technologischen Fortschritt und sie ist anschlussfähig für die Welt außerhalb der katholischen Kirche. Papst Leo stellt dabei unmissverständlich fest: Technischer Fortschritt hat allen Menschen zu dienen. Er muss im Dienst des Gemeinwohls unter Wahrung der Würde jedes einzelnen Menschen angewandt werden. Das gilt auch für die KI.“
Gesellschaftspolitische Knochenarbeit
Die KAÖ nimmt die Einladung des Papstes, die neuen Technologien im Licht des Evangeliums anzuwenden, gerne an. „Für uns als katholische Laienorganisation, zu deren Hauptaufgaben die Mitgestaltung von Gesellschaft auf Basis von Evangelium und christlicher Sozialethik, gehört, beginnt nun die Knochenarbeit“, ergänzt Thomas Immervoll, KAÖ-Vizepräsident. „Die in der Enzyklika formulierten ethischen Grundlagen bringen wir in den Diskurs zu Entwicklung und Einsatz von KI ein. Wir schauen dabei insbesondere auf die von Papst Leo angesprochene Würde der Arbeit und die Einforderung von Transparenz in der Logik hinter Entscheidungen und Verbreitung von Inhalten.“
Von der Kultur der Macht zu einer Kultur der Verhandlung
Die KAÖ versteht Magnifica humanitas auch als Aufruf an Politik, Gesellschaft und Kirche, sich von einer Kultur der Macht hin zu einer „Kultur der Verhandlung“ zu entwickeln. Verhandlung brauche bei aller positiver Anwendung von KI insbesondere analoge Begegnungsräume, in denen das direkte Gespräch unter Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven moderiert wird. Mit ihrem neuen Projekt „MITUNTER GEGENÜBER – So klappt’s auch mit der Demokratie“ entwickelt die Katholischen Aktion ein entsprechendes Angebot für Organisationen, Pfarren und Vereine.
(ps/26.5.2026)

