22. April ist Tag der Erde: KA Wien fordert Tempo 30/80/100
Die Katholische Aktion der Erzdiözese Wien zeigt sich am heutigen internationalen "Earth Day" skeptisch gegenüber den Lösungsansätzen der Regierenden. Mit zunehmender Sorge betrachtet sie Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise und der sozialen Gerechtigkeit. „Bereits letztes Jahr wurde bei den Einsparungsmaßnahmen den ärmeren Menschen viel mehr zugemutet als den anderen. Jetzt setzt sich dieser Ansatz in der Frage der Bewältigung der durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten Energiekrise leider nahtlos fort“, sagt Reinhard Bödenauer, KA-Präsident der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien.
Rasches Handeln ist gefordert
Deutlich zeige sich das im Umgang mit Tempolimits im Straßenverkehr. "Wenn Minister Hattmannsdorfer und Kanzler Stocker auf „Bewusstseinsbildung“ und eine Änderung des Nachfrageverhaltens setzen, ist das der falsche Ansatz", betont Bödenauer. "Gerade bei der Frage des Tempolimits braucht es ein rasches Handeln der Regierung, weil hier große Einsparungen möglich sind. Es kann nicht sein, dass jene die es sich leisten können über die Landstraßen und Autobahnen mit 130 bzw. 100 km/h düsen und dringend benötigtes Benzin ungehemmt verbrauchen. Und jene, die finanziell nicht so gut gestellt sind, mit Tempo 100 bzw. 80 fahren oder gänzlich auf das Autofahren verzichten müssen. Das hat nichts mit Solidarität und gegenseitiger Unterstützung zu tun“, sagt Reinhard Bödenauer.
"Krisenbewältigung ist nur in einem geringen Maße individualisierbar und braucht starke Führungspersonen, die uns durch diese Krise helfen. Diese Personen sind aber leider nicht sichtbar."
Eine Frage der Solidarität
Die christlichen Werte Solidarität, gegenseitige Unterstützung und Hilfe für benachteiligte Menschen sind gerade jetzt hervorragende Leitlinien zur Bewältigung der Krise. „Es kann nicht sein, dass die Politik die christlichen Werte nur dann betont, wenn es gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen geht und diese sonst egal sind. Wenn die Politik christliche Werte als Maßstab nehmen will, dann bitte auch dann, wenn es um Krisenbewältigung geht", fordert Bödenauer.
Langjähriges Engagement zur Bewahrung der Schöpfung
Die Katholische Aktion setzt sich schon lange mit sehr konkreten Maßnahmen und Forderungen zur Bewahrung der Schöpfung ein. Abseits aktueller Krisen ist eine dauerhafte Entschleunigung auf Österreichs Straßen auch in ihrem Dossier Ökologische Umkehr und Mitweltgerechtigkeit Thema. Denn es gibt auch viele weitere Gründe wie Verkehrssicherheit, gesündere Luft und Lärmreduktion, die für Tempo 30/80/100 sprechen.
Die KA Wien weist auf die parlamentarische Bürger:innen-Initiative 2026 für Tempo 30/80/100 hin und lädt ein, diese durch eine Unterschrift zu unterstützen. Weitere Informationen finden Sie auf der Schwerpunktseite der KA Wien unter https://www.ka-wien.at/site/engagement/entschleunigen.
(rp/22.4.2026)
