Rassismus wird nicht weniger, wenn man nicht mehr hinschaut

Wie DerStandard am 20. April 2026 berichtet, streicht das Bundeskanzleramt die Förderung für die Opferschutzstelle ZARA. Seit 2018 berät der Verein Betroffene von Rassismus und Hass im Netz. Alle Meldungen werden systematisch dokumentiert und Vorfälle und dahinterliegende Strukturen sichtbar gemacht. „In Zeiten, in denen das Internet in immer weitere Räume unseres Alltagslebens eindringt, wächst auch die Gefahr, Opfer von Rassismus- und Hass-Attacken im Netz zu werden. Gerade jetzt die Subvention für diesen wichtigen Bereich des Opferschutzes zu streichen, ist ein fatales Zeichen“, kritisiert KAÖ-Vizepräsidentin Katharina Renner die Entscheidung von Familienministerin Claudia Bauer. „Die Beratungsstellen von ZARA leisten eine unverzichtbare Aufgabe für unsere Gesellschaft. Wenn die Politik aufhört, Opferschutzstellen zu unterstützen, dann gibt sie ihre Verantwortung für den Schutz von Bürgerinnen und Bürgern auf. Viele Hass-Attacken im Netz sind strafrechtlich relevant und zeitigen jahreslange Wirkung bei den Opfern. Gerade eine Familienministerin sollte froh sein, dass es mit ZARA eine Stelle gibt, die größere Schäden abwenden und nachhaltige Hilfe für Opfer leisten kann.“
„Es gibt nicht weniger Rassismus, wenn man aufhört hinschauen“, zeigt sich Katharina Renner besorgt. „Hass im Netz wird ärger und es gibt laufend Berichte über rassistisch motivierte Gewalt. Daher muss die Politik wirksamen Opferschutz sicherstellen, da darf nichts zurückgenommen werden. Wir wollen keine Gesellschaft, die Rassismus und Hass gegenüber gleichgültig wird und Opfer sich selbst überlässt.“
Das Katholische Aktion Österreich appelliert an Familienministerin Claudia Bauer, die Streichung der Subvention zurückzunehmen und für eine ausreichende Finanzierung von ZARA zu sorgen.
(rp/20.04.2026)
