NGOs warnen: „Unsolidarisch und strategischer Fehler“
Der NGO-Dachverband "AG Globale Verantwortung" hat vor den Folgen der gekürzten Mittel für internationale Entwicklung, humanitäre Hilfe und Friedensförderung gewarnt. "Die Kürzungen kommen zurück wie ein Bumerang - nicht erst morgen, sondern schon heute", betonte Geschäftsführer Lukas Wank am Dienstag (14.4.2026) auf dem Wiener Heldenplatz. Seit 2024 ging das Budget für den Auslandskatastrophenfonds und die Austrian Development Agency fast um ein Drittel zurück. Die für 2025 geplanten Gelder für internationale Klimaprojekte seien nie bereitgestellt worden, kritisierte Wank. Der Zusammenschluss von NGOs appelliert an die Bundesregierung, die Kürzungen rückgängig zu machen und Gelder für Entwicklung, humanitäre Hilfe und Friedensförderung auf 2024er-Niveau abzusichern.

"In einer Weltlage mit so vielen Konflikten wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr, in der zuletzt bis zu 720 Millionen Menschen hungerten und rund 120 Millionen Menschen als Vertriebene galten", lasse die österreichische Bundesregierung es an notwendiger politischer Weitsicht vermissen, so Wank. Was einmal kaputtgespart worden sei, könne nicht auf Knopfdruck wiederaufgebaut werden, warnte die AG Globale Verantwortung. Österreich gefährde Partnerschaften, schmälere seine internationale Handlungsfähigkeit und verliere die Expertise österreichischer und lokaler Organisationen, so Wank.
Und weiter: Die Regierung ignoriere, dass auch Österreich und die Menschen hierzulande auf weltweite Krisenprävention, Stabilisierung und Wiederaufbau angewiesen seien. Mit dem Doppelbudget für 2027 und 2028 könne sie "kluge und wirksame Prioritäten setzen, zu einer friedlicheren, gerechteren und stabileren Welt für alle beitragen und sicherstellen, dass Österreich weltweit handlungsfähig bleibt".
Zum Dachverband AG Globale Verantwortung zählen unter anderem die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, Teilen spendet Zukunft. Förderverein der Katholischen Frauenbewegung Österreichs und Welthaus der Katholischen Aktion Wien.
Quelle: kathpress / red.
(ps/14.4.2026)
