KA OÖ für die Stärkung der sozialen Landesverteidigung
Die Plattform der KA OÖ spricht sich für eine Stärkung der sozialen Landesverteidigung aus. Unter sozialer Landesverteidigung versteht man Formen des gewaltfreien Widerstandes und der aktiven Gewaltfreiheit. Die KA OÖ schließt sich der Forderung der Katholischen Jugend nach einer Gleichstellung von Zivildienst und Wehrdienst an – beide Dienste sollen gleich lang dauern und entsprechend vergleichbar entlohnt werden. Der von Ministerin Claudia Bauer angedachten Abschaffung des Auslandszivildienstes stellt sich die katholische Laienorganisation entgegen.
Kernteam der Katholischen Aktion Oberösterreich (v.l.n.r.): Vizepräsident Bernhard Steiner, Vizepräsidentin Christa Steinbüchler und Präsidentin Gabriele Hofer-Stelzhammer © Christian Leonfellner
Sowohl Präsenz- als auch Zivildiener sollen in Zukunft verstärkt in den Formen der sozialen Verteidigung geschult werden. KA-Vizepräsident Bernhard Steiner verweist in diesem Zusammenhang auf die Definition für soziale Verteidigung, wie sie die Friedensforscherin Christine Schweitzer formuliert hat. Demnach ist das Ziel der sozialen Verteidigung „nicht der Schutz der Grenzen und des Territoriums“, sondern „die Verteidigung der Lebensweise und der Institutionen gegen die Absicht des Gegners, die Herrschaft im Lande zu übernehmen.“ Aus friedensethischer Sicht ist es notwendig, gewaltfreie Verteidigungsformen aufzubauen und damit zu einer viel umfassenderen gesellschaftlichen Resilienz und Widerstandsfähigkeit zu kommen und beizutragen. Die soziale Verteidigung ist der aktiven Gewaltfreiheit verpflichtet und im Unterschied zur zivilen Verteidigung nicht direkt in die militärischen Strukturen eingebettet.
Für eine gleiche Dauer von Zivil- und Wehrdienst spricht sich KA-Präsidentin Gabriele Hofer-Stelzhammer aus und schließt sich damit einer zentralen Forderung der Katholischen Jugend an.
„Eine längere Dauer des Zivildienstes ist nicht zu rechtfertigen, sie vermittelt den Eindruck, dass soziales Engagement weniger wert sei als der Dienst an der Waffe“, so die KA-Präsidentin. „Die Zivildiener leisten einen unverzichtbaren Beitrag für den Erhalt unserer sozialen Einrichtungen im Land. Zivildienst und Wehrdienst müssen so ausgestaltet sein, dass sie von den jungen Menschen als sinnvoll und gerecht erlebt werden. Eine angemessene Bezahlung und menschenwürdige Arbeitsbedingungen gehören hier selbstverständlich dazu“, so Hofer-Stelzhammer.
Dem Vorstoß von Ministerin Claudia Bauer, Teile des Auslandszivildienstes abzuschaffen, stellt sich die Katholische Aktion entgegen. Vizepräsidentin Christa Steinbüchler hebt hervor, dass gerade die Erfahrungen eines Sozialdienstes im Ausland und hier speziell in Ländern des Globalen Südens besonders lehrreiche und prägende Erfahrungen für junge Menschen darstellen, die auch weiterhin als Ersatz für den Zivildienst anerkannt werden sollen. „Jungen Menschen, die sich einer solchen Aufgabe mit ihrem Engagement und ihrer Lebenszeit widmen, gebührt der allerhöchste Respekt und sie sollen dafür eine faire Bezahlung, Absicherung und gute Rahmenbedingungen vorfinden“, so Steinbüchler in ihrem Statement.
Der Katholischen Aktion gehören in Oberösterreich die Kath. Jungschar, die Kath. Jugend, die Kath. Hochschuljugend, die Kath. Frauenbewegung, die Kath. Männerbewegung, die Kath. Arbeitnehmer:innenbewegung und das Forum St. Severin (Kath. Akademikerverband) an.
Sie schließen sich in der KA-Plattform zusammen, um gemeinsame Anliegen in Gesellschaft und Kirche voranzutreiben. Aktuell widmet sich die KA verstärkt dem Thema MENSCHENWÜRDE, die sie in vielen gesellschaftlichen Entwicklungen und Lebensbereichen aktuell gefährdet sieht.
Katholische Aktion Oberösterreich
Siehe das KAÖ-Dossier Weg zum Frieden
(ps/7.4.2026)
