Jungschar: Kinder brauchen breitere Ansätze zur Social-Media-Nutzung
"Ein bloßes Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren greift zu kurz": Mit dieser Kritik hat Veronika Schippani-Stockinger, Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar Österreichs, auf das von der Bundesregierung beschlossene Social-Media-Verbot reagiert. Zwar begrüßt die Jungschar Maßnahmen zum Schutz von Kindern im digitalen Raum, fordert jedoch umfassendere Ansätze. Ein pauschales Verbot allein reiche nicht aus, um die bestehenden Probleme zu lösen und "berücksichtigt die Lebensrealitäten von Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend", hieß es seitens des Bundesleitungskreises, der Vollversammlung der Katholischen Jungschar, der am Wochenende in Bozen tagte.
Verbot löst keine Probleme
Ein Social Media-Verbot brauche "umfassende Maßnahmen, die Kinder stärken und schützen", so Schippani-Stockinger. Auch eine stärkere Einbindung von Kindern und Jugendlichen in Entscheidungen, die sie betreffen, sei notwendig. "Als große Kinderorganisation, für die Kinderschutz ein besonderes Anliegen ist, finden wir es wichtig, dass dieses Thema nun breit diskutiert wird", meinte Schippani-Stockinger. Neben rechtlichen Einschränkungen brauche es aber vor allem mehr reale Begegnungsräume, "wo Kinder und junge Menschen sich begegnen, gemeinsam Zeit in der realen Welt verbringen und Gemeinschaft erleben können".
Soziale Medien würden für Kinder und Jugendliche zentrale Informations- und Kommunikationsräume darstellen, verwies die Jungschar. Und weiter: "Ein Verbot allein löst keine Probleme, sondern schafft neue." Zugleich brauche es stabile Bezugspersonen und sichere analoge Räume, in denen Kinder ihre Erfahrungen - auch aus der digitalen Welt - reflektieren können.
Kinder und Jugendliche aktiv einbinden
Die katholische Kinder- und Jugend-Organisation mahnte zudem die Verantwortung der Plattformbetreiber ein: Diese dürften nicht aus ihrer Pflicht entlassen werden, Kinder und Jugendliche vor schädlichen Inhalten zu schützen. Weiters forderte die Jungschar in ihrer Stellungnahme gezielte Medienbildung, um junge Menschen im Umgang mit Informationen zu stärken, sowie Unterstützung für Eltern und Bezugspersonen. Darüber hinaus plädiert die Jungschar für den Ausbau von Freizeit- und Erholungsangeboten, insbesondere für sozial benachteiligte Kinder.
Quelle: kathpress
(rp/31.03.2026)

