Ehrenamtliche stärker einbinden und Sauerteig in der Gesellschaft sein
„Es gibt keinen Grund, dass wir leiser werden, wenn wir weniger werden“. Mit diesen Worten betonte Erzbischof Josef Grünwidl bei der Diözesankonferenz der Katholischen Aktion der Erzdiözese Wien, dass wir als Kirche eine unverzichtbare Stimme im öffentlichen Diskurs bleiben müssen. Die Katholische Aktion ist besonders gefragt, wenn es um gesellschaftliche, umweltpolitische und soziale Themen geht, damit wir als Kirche „Sauerteig für die Gesellschaft“ sind.
Am 6. Mai 2026 war Erzbischof Grünwidl zu Gast im Otto-Mauer-Zentrum bei der Vollversammlung aller Gliederungen der Katholischen Aktion - von der Kath. Jungschar bis zum Umweltbüro.

Pfarren als Orte des Dialogs für alle
Erzbischof Grünwidl stellte zehn Impulse für „Lebendige Gemeinden“ vor. Eines seiner zentralen Anliegen ist es, Pfarr‑Räume zu öffnen für ein vielfältiges kirchliches Angebot und Dialog.
Dazu passend präsentierte KA-Vizepräsidentin Margit Pröglhöf‑Piriwe das aktuelle Projekt der „Demokratiegespräche“ der Katholischen Aktion mit dem Titel „mitunter gegenüber“: „Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen werden in Pfarren eingeladen. Dazu gibt es auch Online-Schulungen, wie man fremde Menschen dafür ansprechen kann. Bei moderierten Gesprächen sollen die Gäste bei einem gemeinsamen Essen einander zuhören, gemeinsame Grundhaltungen finden und trotz Unterschieden im Gespräch bleiben. Ziel ist es, die Gesprächskultur in unserer Demokratie zu stärken.“
Erzbischof Grünwidl betonte, dass es viele niederschwellige Angebote braucht, bei denen unterschiedlichste Menschen aus der Nachbarschaft andocken können. Pfarren sollen Orte sein, in denen „dazugehören, sich einbringen und im Glauben zu wachsen“ ganz selbstverständlich möglich ist.
Synodale Kirche: Neue Rolle von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen
In einer synodalen Kirche wirken Kleriker verstärkt als Seelsorger und Teamplayer. In einer lebendigen Gemeinde arbeiten Haupt- und Ehrenamtliche auf Augenhöhe zusammen und bringen ihre jeweiligen Kompetenzen verbindlich ein.
KA‑Präsident Reinhard Bödenauer ist wichtig, dass eine Atmosphäre der gegenseitigen Wertschätzung von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen gefördert wird: „In unserer Diözese ist wichtig, dass mehr mit Ehrenamtlichen gesprochen wird - und nicht über sie.“ Die KA Wien hat sich beim letzten Präsidium mit der Reform in der Diözese Linz auseinandergesetzt. KA-Vizepräsident (und KMB-Obmann) Bernhard Steiner war zu Gast und hat vom diözesanen „Ehrenamtsrat“ berichtet.
„Ich bin zuversichtlich, dass wir Formate finden, wo Ehrenamtliche stärker eingebunden sind als im bisherigen Ausmaß“, sagte Erzbischof Grünwidl am Ende der KA-Konferenz. „Danke für Ihre Arbeit und das gute Miteinander von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in der KA.“
Katholische Aktion der Erzdiözese Wien
Siehe auch: KAÖ-Dossier Demokratie leben und gestalten
(ps/13.5.2026)
