Gedenken beinhaltet Kampf gegen jede Form von Nazismus
Anlässlich des Gedenktages gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 5. Mai zeigt sich die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) besorgt über die Zunahme extremistischer Taten, wie sie vom Verfassungsschutzbericht 2025 ausgewiesen werden. Der heute präsentierte Bericht weist im Bereich des Rechtsextremismus eine Steigerung von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus, die Hälfte davon nach dem Verbotsgesetz. Auch der Verein ZARA, eine Anlaufstelle für Opfer von Rassismus und Hass im Netz, berichtet von steigendem Antisemitismus im Netz (vgl. ZARA Rassismus Report 2025).

Gedenken bedeutet Wachsamkeit gegenüber aktuellen Entwicklungen
Gedenken an die Opfer früherer Ereignisse erfordert auch im Hier und Jetzt zu handeln, ist die Katholische Aktion überzeugt. „Gedenken beinhaltet auch die Wachsamkeit gegenüber neu aufkeimenden Formen des Nazismus und dessen Umtriebe im Internet“, ist KAÖ-Präsident Ferdinand Kaineder überzeugt und verweist auf den aktuellen Rechtsextremismusbericht des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW). Dieser zeigt auch auf, wie sich Neonazis auf sprachlicher Ebene verschiedener Codes (von „internationaler Hochfinanz“ für „Weltjudentum“ bis „populationsgenetische Gruppierung“ für „Rasse“) bedienten, um behördlicher Verfolgung zu entgehen. Das Ausweichen in virtuelle Räume ermögliche unter bestimmten Umständen, NS-Propaganda ungestraft verbreiten zu können (Rechtsextremismusreport 2024 des DÖW, Seite 3). „Wir schulden es den Opfern der NS-Zeit, heute gegen die Normalisierung nationalsozialistischer und rechtsextremer Codes vorzugehen“, betont Kaineder. „Ein Gedenken ohne gleichzeitigen Kampf gegen jede Form von Nazismus, auch jene hinter der Maske populistischer Strömungen, bleibt den Opfern etwas schuldig.“
Rassismus kritische Bildung als Auftrag
Die KAÖ sieht vielfältige Formen von Rassismus kritischer Bildung, wie sie auch vom Verein ZARA in seinem Bericht gefordert wird, als Auftrag an Bildungsinstitutionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Denn: Nur wer nationalsozialistische und rechtsextreme Codes erkennt und wer Rassismus im Alltag als solchen identifizieren kann, wird dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gerecht.
Ferdinand Kaineder wird als Delegationsmitglied der Katholischen Aktion an der internationalen Befreiungsfeier am 10. Mai in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen teilnehmen.
Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
(ps/4.5.2026)
