Frauenrechte verteidigen: Demokratie und Gerechtigkeit stärken
Zum Internationalen Frauentag macht die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) deutlich: Gleichstellung ist kein historisch abgeschlossenes Projekt, sondern steht national wie international erneut unter Druck.
Antidemokratische und antifeministische Bewegungen gewinnen an Einfluss, Gewalt gegen Frauen bleibt auf hohem Niveau, und soziale wie wirtschaftliche Krisen verschärfen bestehende Ungleichheiten.
„Frauenrechte sind Menschenrechte. Und Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Wenn Gleichstellung politisch relativiert wird, betrifft das nicht nur Frauen, es betrifft die Qualität unserer Demokratie“, betont die kfbö-Vorsitzende Angelika Ritter-Grepl.

Gewalt, ökonomische Benachteiligung und demokratische Teilhabe
In Österreich ist jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens von Gewalt betroffen. Gleichzeitig leisten Frauen nach wie vor den Großteil unbezahlter Care-Arbeit. Sie sind überdurchschnittlich oft in Teilzeit beschäftigt, tragen ein höheres Armutsrisiko, insbesondere im Alter, und sind in wirtschaftlichen und politischen Entscheidungspositionen weiterhin unterrepräsentiert.
Die kfb verweist zudem auf aktuelle europäische und internationale Entwicklungen: Die Umsetzung der neuen EU-Richtlinie gegen Gewalt an Frauen, der Schutz reproduktiver Rechte in einzelnen Mitgliedstaaten sowie die Absicherung von Gleichstellungsmaßnahmen in Zeiten budgetärer Sparprogramme sind zentrale politische Prüfsteine.
„Es reicht nicht, Gleichstellung rhetorisch zu bejahen. Es braucht strukturelle Maßnahmen: existenzsichernde Einkommen, echte Vereinbarkeit, Gewaltschutz mit ausreichender Finanzierung und eine klare Absage an jede Form von Geschlechterdiskriminierung“, so Ritter-Grepl.
Christlich-feministische Perspektive: Würde, Gerechtigkeit, Teilhabe
Als größte Frauenorganisation in Österreichs versteht sich die kfbö als christlich-feministische Stimme in Gesellschaft und Kirche. Grundlage ihres Engagements ist die unantastbare Würde jedes Menschen.
„Gerechtigkeit ist kein statischer Zustand. Sie muss immer wieder neu ausgehandelt werden, mit allen Betroffenen am Tisch. Partizipation ist daher kein Zusatz, sondern Kern demokratischer Kultur. Gerade Frauen müssen auf allen Ebenen mitentscheiden können. politisch, wirtschaftlich, kirchlich“, erklärt Ritter-Grepl.
Globale Solidarität: Frauen stärken heißt Frieden und Zukunft sichern
Mit der Aktion Familienfasttag unterstützt die kfb seit mehr als 60 Jahren Frauenorganisationen im Globalen Süden. Aktuell werden unter anderem Projekte in Indien und Lateinamerika gefördert, die Frauen in rechtlicher Bildung, wirtschaftlicher Selbstständigkeit und politischer Mitbestimmung stärken.
Frauen sind weltweit besonders stark von den Folgen der Klimakrise betroffen, obwohl sie am wenigsten zu ihr beigetragen haben. Gleichzeitig zeigen zahlreiche Projekte: Wo Frauen Zugang zu Ressourcen, Bildung und Entscheidungsräumen haben, entstehen nachhaltigere wirtschaftliche Strukturen, stabilere Gemeinschaften und tragfähigere Friedensprozesse.
„Frauen stärken heißt Demokratie stärken. Frauen stärken heißt Frieden stärken. Und Frauen stärken heißt, Verantwortung für eine gerechte Welt zu übernehmen, lokal wie global“, so Ritter-Grepl.
Jahresthema 2025–2026: „Gesundheit ist weiblich“
Mit dem zweijährigen Schwerpunkt „Gesundheit ist weiblich – vielfältig, stark, unverzichtbar“ lenkt die kfbö den Blick auf geschlechterspezifische Gesundheitsfragen: von medizinischer Unterversorgung über psychische Belastungen durch Mehrfachverantwortung bis hin zu globalen Ungleichheiten im Zugang zu Gesundheitsversorgung.
Gesundheit wird dabei nicht nur medizinisch, sondern ganzheitlich verstanden, als Frage sozialer Gerechtigkeit, ökonomischer Absicherung und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
Internationaler Frauentag 2026 – Frauenrechte verteidigen: Demokratie und Gerechtigkeit stärken – kfb
Siehe auch: KAÖ-Dossier Geschlechtergerechtigkeit
(ps/9.3.2026)
