Friede kommt und bleibt nur in gegenseitigem Respekt
Als christliche Religionsgemeinschaft müsse sich die russisch-orthodoxe Kirche endlich für ein Ende der Kriegshandlungen einsetzen.
Am 24.2.2026 jährt sich der Überfall Russlands auf die Ukraine zum vierten Mal. Die Folgen sind verheerend – fast sechs Millionen Menschen sind ins Ausland geflüchtet, in der Ukraine selbst sind vier Millionen Flüchtlinge zu versorgen, hunderttausende Tote und Verletzte gilt es zu beklagen. An die elf Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Durch die täglichen Raketenangriffe sind Millionen von Wohnungen zerstört worden, die Schäden an den landwirtschaftlichen Flächen und Industrieanlagen sind kaum zu beziffern. Durch gezielten Dauerbeschuss von Energieanlagen verbunden mit langanhaltenden Ausfällen bei Heizung und Strom soll die Widerstandskraft der zivilen Bevölkerung gebrochen werden. Die täglichen Nachrichten von neuen Angriffen und Verbrechen lassen viele Menschen in unserem Land fassungslos mitfühlen. Für die meisten ist es schwer nachzuempfinden, was es heißt, täglich mehrmals bei Sirenengeheul in den Keller, in Schutzräume oder Metrostationen zu laufen, von nächtlichen Unterbrechungen, Kälte und Finsternis zermürbt zu sein.

Scharfe Kritik übt die Katholische Aktion an der russisch-orthodoxen Kirche unter dem Moskauer Patriarchen Kyrill I. „Als Christinnen und Christen sind wir entsetzt, dass der Aggressor in diesem Krieg die volle Unterstützung der russisch-orthodoxen Kirche genießt. Statt dem Krieg das Wort zu reden, sollte sich der Moskauer Patriarch für ein Ende der Kampfhandlungen und insbesondere für den Schutz der Zivilbevölkerung einsetzen“, betonen die Präsident:innen der KAÖ, Ferdinand Kaineder, Katharina Renner und Thomas Immervoll. Weder die christliche Botschaft noch kirchliche Autorität dürfen für nationalistische und kriegerische Ziele instrumentalisiert werden. Kirchen hätten vielmehr die Aufgabe, Schutz für Menschen zu bieten, demokratische Werte zu stärken und zur Aufarbeitung religiös begründeter Gewalt beizutragen.
„Kirchen sollten Raum und Garant für Verständigung unter den Menschen sein. Denn Friede gelingt nur, wenn Menschen aller Seiten einander in Respekt begegnen, ohne Unterwerfungsgesten und Siegesgehabe. Als Katholische Aktion sind wir solidarisch mit allen, die sich in der Ukraine und in Russland für den Frieden einsetzen. Wir begleiten alle Kräfte, die sich für Frieden einsetzen, mit unserem Gebet“, betont das Präsident:innen-Team der KAÖ zu und ruft zu großzügigen Spenden zur Hilfe für Menschen in Kriegsgebieten auf.
(ps/20.2.2026)
