Katholische Männerbewegung: Umrüsten statt aufrüsten
Katholische Männerbewegung OÖ und Pax Christi OÖ fordern Ausbildung in gewaltfreier sozialer Landesverteidigung. Bernhard Steiner und Michael Huber-Kirchberger plädieren für eine Diskussionserweiterung.
Aus friedensethischer Sicht ist es notwendig, gewaltfreie Verteidigungsformen aufzubauen und damit zu einer viel umfassenderen gesellschaftlichen Resilienz und Widerstandsfähigkeit zu kommen und beizutragen. Umrüsten statt aufrüsten bedeutet, das Konzept der sozialen Landesverteidigung zu einer wachsenden Säule nationaler Verteidigung wieder mehr zu entdecken und systematisch auszubauen. Die soziale Verteidigung ist der aktiven Gewaltfreiheit verpflichtet und im Unterschied zur zivilen Verteidigung nicht direkt in die militärischen Strukturen eingebettet.

In der Nacharbeit zur KMB-Diözesankonferenz am 31. Jänner 2026 zum Jahresthema „Frieden und Versöhnung“ und aktuell am Beginn der Fastenzeit 2026 verweisen Katholische Männerbewegung und Pax Christi in Anbetracht der laufenden Diskussion zur Verlängerung des Wehr- und Zivildienstes auf die Notwendigkeit einer inhaltlichen Erweiterung der Diskussion. Damit wird der klare Wunsch der versammelten KMB-Männer zum Ausdruck gebracht, hier einen besonderen Beitrag zu leisten und einen neuen Impuls einzubringen: „In Österreich gibt es das Konzept der umfassenden Landesverteidigung, die auch die geistige Landesverteidigung miteinschließt. In der Praxis bedeutet das oftmals, dass Soldaten in Uniform in Schulklassen kommen, um junge Menschen für die Verteidigungsbereitschaft zu motivieren. Das bleibt aber alles noch zu sehr der militärischen Logik verpflichtet.“
Grundlage für diese Initiative bietet das Buch „Für den Frieden kämpfen“ von Wolfgang Palaver, der als Referent beim Diözesankonferenz die inhaltlichen Impulse eingebracht hat. Er baut mit Papst Franziskus darauf, dass viele Menchen in einer „kämpferischen Hoffnung ihre fatalistische Passivität überwinden“.
Der Obmann der KMB OÖ Bernhard Steiner verweist in diesem Zusammenhang auf die Definition für soziale Verteidigung, wie sie die Friedensforscherin Christine Schweitzer formuliert hat. Demnach ist das Ziel der sozialen Verteidigung „nicht der Schutz der Grenzen und des Territoriums“, sondern „die Verteidigung der Lebensweise und der Institutionen gegen die Absicht des Gegners, die Herrschaft im Lande zu übernehmen.“ Der Vorsitzende von Pax Christi OÖ, Michael Huber-Kirchberger, hält fest: „In Österreich sollte eine breite Debatte darüber geführt werden, wie man konstruktive und zielführende Friedensmaßnahmen aktiv und gewaltfrei ergreifen könne.“
Das Thema „Frieden und Versöhnung“ wird diözesanweit zusammen mit der Forderung nach gewaltfreier sozialer Landesverteidigung bei den Männertagen in der Fastenzeit bearbeitet. Im aktuellen KMB-Arbeitsheft 2026 sind die Themen „Die Kraft der Versöhnung“ und „Das Licht des Friedens“ für die Männerarbeit in den Pfarren aufbereitet.
Siehe auch KAÖ-Dossier Der Weg zum Frieden
(ps/17.2.2026)
