Kinder und Jugendliche im Umgang mit Social-Media schulen
Das generelle Social-Media-Verbot für Jugendliche, das von der Politik in Ausschicht gestellt wurde, sehen die Vorsitzenden der Katholischen Jugend Österreich kritisch.
„Es wird einfach mit der Verbotskeule draufgehaut und geglaubt, dass man das Problem damit löst“, betont der ehrenamtliche Vorsitzende der Katholischen Jugend, Rafael Haigermoser im Gespräch mit der FURCHE die skeptische Haltung der offiziellen Jugendorganisation der römisch-katholischen Kirche in Österreich gegenüber dem Social-Media-Verbot für Jugendliche. Haigermoser befürchtet, dass dadurch den Jugendlichen auch eine niederschwellige Informationsquelle genommen wird.
„Junge Menschen sind nicht mehr in klassischen Medien unterwegs, sondern holen sich ihre Informationen aus dem Netz“, stellt Klemens Lesigang, ebenfalls ehrenamtlicher Vorsitzender der KJÖ, fest und fordert mehr Ressourcen für die Schulung von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit Social Media und Desinformation im Netz.
Ehrenamtliche Vorsitzende: Klemens Lesigang, Rafael Haigermoser (v.l.n.r.) © KJÖ
Haigermoser weist darauf hin, dass das Problem der Social-Media-Nutzung nicht nur Jugendliche betrifft, sondern die gesamte Bevölkerung. Er fordert ein umfassenderes Vorgehen auf EU-Ebene, um die Dominanz weniger Tech-Giganten zu brechen und die Algorithmen der sozialen Medien zu regulieren.
Lesigang betont auch die Bedeutung des realen Kontakts zwischen jungen Menschen und die Notwendigkeit authentischer und seriöser Online-Angebote. Die Verlagerung der Ressourcen ins Internet sei nicht die Lösung. „Für die KJ ist der Gedanke des Miteinanders und auch der karitative Aspekt des Christseins ganz wichtig“, betont Lesigang. „Das ist schon etwas, das wir ausleben, was vielleicht bei charismatischen Bewegungen nicht so sehr im Zentrum steht.“
Auf die Frage nach sog. Christfluencern antwortet Klemens Lesigang: "Es beginnt damit, dass sie auf komplizierte Fragen simplifizierende Lösungen präsentieren. Gefährlich wird das dann, wenn unser liberales Weltbild, unsere demokratische Ordnung hinterfragt wird und in Richtung Gottesstaat argumentiert wird.“
„Unsere Eltern können mit Social Media auch nicht umgehen“ | DIE FURCHE
Siehe auch: Für strengere Regulierung von Tech-Konzernen statt Pauschalverbot
(ps/9.2.2026)

