Katholische Aktion trauert um Bischof Maximilian Aichern
Mit Bischof Maximilian Aichern verlieren wir einen Menschen, der breite Menschlichkeit gelebt hat, auf menschliche und empathische Weise auf alle zugegangen ist und allen ein offenes Ohr geliehen hat. Er hat sich persönlich anrühren lassen von den jeweiligen Lebenssituationen und alle beim Namen genannt. Immer wieder haben wir erlebt, wie er sich erkundigt hat, wie es den Kindern geht oder Grüße an die Familien ausgerichtet hat. Seine wertschätzende und hellwache Haltung hat viele Menschen angesprochen, imponiert und aufgerichtet. Immer war seine besondere Hinwendung zu den Schwächeren im Vordergrund. Dankbarkeit hat er ausgestrahlt und eine aufrichtende dankbare Lebenshaltung bei vielen gestiftet.
Mit Bischof Maximilian verlieren wir einen besonderen Mitchristen der Tat. Soziale Gerechtigkeit und grenzenlose Zusammengehörigkeit und Solidarität hat er als besonderen Auftrag für sich aus dem Evangelium abgeleitet. Er ist aufgestanden, wo es eine starke Stimme für die Benachteiligten gebraucht hat. „Höre“ ist das erste Wort in der Benediktus-Regel und das hat er ganz und gar gelebt. Er war immer umringt von Menschen, die sich an ihm wärmen konnten. „Coraggio“ hat er den Menschen und Mitchristen immer wieder ermutigend zugerufen. Das Gespräch war sein „Heilungsinstrument“. Buchstaben und Worte können dieses Christenleben der Tat nicht einfangen.
Mit Bischof Maximilian verlieren wir einen Hirten mit und unter uns, der unter den Menschen Vertrauen und Zutrauen geschürt hat. Er hat sich als Diener in der vielfältigen Einheit verstanden und trotz Anfeindungen gelebt. Synodal gefasste Entscheidungen hat er als seinen Arbeitsauftrag geduldig und auch gegen Widerstände von oben abgearbeitet. Als Brückenbauer hat er immer das vielfältige Gemeinsame gestärkt. Anfeindungen hat er stets direkt besprochen und auch geduldig ertragen. Die auf ihn zurückgehenden Einrichtungen, Initiativen und Organisationen sind nicht alle hier aufzählbar. Wir behalten ihn als Solidaritätsanstifter und in allem bescheidenen Bischof in Erinnerung.
Von 1982 bis 2005, also seine ganze bischöfliche Amtszeit in Linz, war Bischof Maximilian auf Österreichebene als Referatsbischof für die Katholische Aktion mit ihren Gliederungen zuständig. Er hat sich 23 Jahre lang für alle Hauptversammlungen und viele Präsidiumssitzungen Zeit genommen, hat viel zugehört, Anregungen gegeben und dabei nicht nur die Organisation, sondern die vielen meist ehrenamtlich Engagierten gestärkt und ermutigt. Das Laienapostolat im Sinne der Katholischen Aktion war für ihn aus der Katholischen Arbeiterjugendkommend wesentlich für eine jesuanisch-christliche Weltgestaltung als Kirche in der Jetztzeit. Bis zuletzt hat er sich persönlich eingesetzt für eine entsprechende Ausstattung der KA, damit sie ihre vielfältigen Aufgaben in der Kirche und Welt erfüllen konnte. Eine faire Arbeitswelt, ein arbeitsfreier Sonntag, ein Wirtschaften um der Menschen willen, globale Gerechtigkeit, eine ehrliche geschlechtergerechte Kirche mit den Frauen in allen Ämtern, ein nachhaltig sozial-ökologisch-spirituelle Welt, ein Dagegenstemmen gegen die wachsende Ungleichheit sind nur fragmentarisch in Erinnerung gerufene Themen, für die er gelebt hat.
Persönlich und als Katholische Aktion verneigen wir uns in tiefer Dankbarkeit vor diesem Menschen, diesem Christen und diesem Bischof.
(rp/31.01.2026)
