Für ein neues europäisches Selbstbewusstsein
Thema des Quartals: Frieden in Europa, in der Welt
Angesichts der heutigen Weltlage beschleiche uns schnell ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit, vermutet der Kärntner Friedensforscher Werner Wintersteiner. In seinem Beitrag zum Schwerpunktthema dieser QUART fordert er neben einer kleinen Dosis Hoffnungslosigkeit, die vielleicht nötig sei, um sich nicht in Illusionen zu wiegen, keinesfalls die Hoffnung aufzugeben: „Sie ist eine Triebkraft für positive
Veränderung.“ In welche Richtung diese Veränderung gehen soll, damit eine „Friedensrepublik Österreich im Heimatland Erde“ rauskommt, macht Wintersteiner an sehr konkreten Vorschlägen fest. Sehr konkret ist auch die Stoßrichtung der beiden weiteren Beiträge: Die frühere Außenministerin Ursula Plassnik ruft auf zu einem neuen europäischen Selbstbewusstsein, das sich in Solidarität nach innen und außen und in der Fähigkeit zur Selbstverteidigung (militärisch wie wirtschaftlich) beweisen muss. Der Salzburger Politikwissenschafter Reinhard Heinisch wiederum warnt vor dem grassierenden Autoritarismus im demokratischen Gewand und dass die liberale Demokratie nicht nur durch plötzlichen Umsturz, sondern durch Erosion infolge von Gewöhnung, Schweigen und Gleichgültigkeit zerstört werden kann. Alle drei Beiträge sind aktualisierte bzw. adaptierte Vorträge der Internationalen Sommertagung 2025 des KAVÖ in Tainach.
Weitere Beiträge:
- Heiner Boberski: Der musikalische Brückenbauer
Josef Grünwidl, ernannter Erzbischof von Wien - Otto Friedrich: Gemischte Erwartungen
Papst Leo XIV
Die Buchbesprechungen von Hartwig Bischof, Julia Danielczyk und Cornelius Hell widmen sich Neuerscheinungen über Friedrich Nietzsche sowie dem deutschen Schriftsteller- und Denker-Paar Ruth und Heinz Robert Schlette; außerdem auf das Wärmste empfohlen wird der Band „Lesezeichen & Lebenszeiten“ von Cornelius Hell.
Die beiden Ausstellungsberichte führen uns aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des KULTUM nach Graz und ins Künstlerhaus in Wien. Theresa Stampler hat die Jubiläumsausstellung „Go tt hat k ein Museum“ besucht und dort einen Ort entdeckt, wo Gott fünf Minuten Pause macht. Und Anne Aschenbrenner fand in der Ausstellung „Du sollst dir ein Bild machen“ ein Geburtshemd, das die beiden Aktionisten Arnulf Rainer und Hermann Nitsch im wahrsten Sinne des Wortes an die Wand spielt.
„Auch wenn es keineswegs nur auf uns ankommt“, meint Wintersteiner, „sollten wir doch den Mut haben, so zu handeln, als läge die Verantwortung für den Weltfrieden genau auf unseren Schultern.“
Quart (vormals actio catholica) ist Zeitschrift des Forums Kunst-Wissenschaft-Medien der Katholischen Aktion Österreich.
4 Ausgaben/Jahr; Jahresabonnement Euro 33,- (Ausland Euro 39,-), für KAV- und KHJ-Mitglieder Euro 28,- (Ausland Euro 34,-), Einzelheft: Euro 10,-.
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(ps/12.1.2026)

