„Eine atomwaffenfreie Welt muss unser Ziel bleiben“
Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) ruft dazu auf, sich im Einsatz für eine Welt ohne Atomwaffen nicht entmutigen zu lassen. „Eine atomwaffenfreie Welt muss unser Ziel bleiben“, betont das KAÖ-Präsident:innen-Team im Blick auf das bevorstehende 80-Jahr-Gedenken der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. bzw. 9. August 1945. „Die internationalen Entwicklungen der vergangenen Jahre gehen in die entgegengesetzte Richtung: Es wird von manchen Ländern mehr oder minder offen mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht, die atomare Aufrüstung ist wieder in vollem Gang. Das ändert nichts am Irrsinn dieser Waffen. Die Erinnerung an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki mahnt uns, uns als Menschen und als Christen mit der Existenz dieser Waffen niemals abzufinden“, so Ferdinand Kaineder, Katharina Renner und Thomas Immervoll.
Thomas Immervoll, Katharina Renner, Ferdinand Kaineder (v.l.n.r.) © KAÖ
Die KAÖ-Verantwortlichen erinnern an die Worte von Papst Franziskus bei seinem Besuch 2019 in Hiroshima: „Der Einsatz von Atomenergie zu Kriegszwecken ist unmoralisch, wie ebenso der Besitz von Atomwaffen unmoralisch ist.“ 2023 bekräftigte der damalige Papst, jeder Einsatz von Atomwaffen sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, und "Atomwaffen und andere Massenvernichtungswaffen vervielfachen die Gefahr und bieten nur eine Illusion des Friedens“.
„Zahlen verdeutlichen, warum die Kirche nur ein klares Nein zu Atomwaffen sprechen kann. Bei den Atombombenabwürfen vor 80 Jahren mussten unmittelbar mehr als 200.000 Menschen ihr Leben lassen. Mittel- und langfristig starben etwa noch einmal so viele an den Spätfolgen, u.a. an Krebserkrankungen durch nukleare Strahlung. Heutige Atomwaffen haben eine zig-fache zerstörerische Wirkung verglichen mit den damaligen Atombomben. Insgesamt gibt es heute mehr als 12.000 Atomsprengköpfe, mit einer insgesamt 140.000 Mal so hohen Zerstörungskraft. Die Waffen befinden sich der Hand von neun Ländern: den USA und Russland (jeweils mehr als 5.000), dazu China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea. Ein eskalierender Atomkrieg würde nicht nur Millionen Menschen töten, er würde auch die Umwelt enorm belasten und einen sogenannten ‚nuklearen Winter‘ auslösen“, so das KAÖ-Präsident:innen-Team Kaineder, Renner und Immervoll.
„Bei vielen Menschen auch in Österreich wachsen zurecht Sorge und Angst angesichts dessen, dass Krieg wieder zunehmend als Mittel der Konfliktlösung angesehen wird. Internationales und völkerverbindendes Recht wird heute immer öfter durch das Recht des Stärkeren ersetzt. In einem Krieg sind aber immer alle Verlierer. Als Katholische Aktion ermutigen wir, sich von Ängsten nicht lähmen zu lassen. Jede und jeder kann etwas zum Frieden beitragen, beginnend im täglichen Zusammenleben, im Bemühen um eine Gesellschaft, die von Gerechtigkeit, Teilhabe und gegenseitiger Achtung getragen ist. Das Gedenken an die Ereignisse in Hiroshima und Nagasaki vor 80 Jahren soll uns darin bestärken.“
siehe auch Der Weg zum Frieden
(ps/4.8.2025)