Katholische Aktion Österreich warnt vor Attacken auf die Menschenwürde
Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) warnt vor subtilen und offenen Attacken auf die Menschenwürde aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit und ruft zu christlicher Solidarität auf
Die Volksgruppen der Roma und Sinti wurden erst im Jahr 1988 offiziell als Opfergruppe der nationalsozialistischen Herrschaft anerkannt. Seit 2015 wird auf europäischer Ebene am 2. August an die Holocaust-Opfer dieser ethnischen Minderheiten gedacht. Im Jänner 2023 beschloss der österreichische Nationalrat, auch in Österreich jeweils am 2. August offiziell der unter dem NS-Regime verfolgten und ermordeten Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze zu gedenken.
„Die systematische Vernichtung von ethnischen Minderheiten kam nicht plötzlich über Nacht. Jahrzehntelange systematische Diskriminierung und Herabwürdigung, die Betroffene in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld spürten, waren Vorläufer des grausamen Vernichtungsprogramms der Nazis“, erinnert Katharina Renner, Vizepräsidentin der Katholischen Aktion Österreich und mahnt: „Derartige Attacken auf die Menschenwürde, egal in welcher Form und sei sie noch so subtil, dürfen nie wieder stattfinden.“
Dass es in unserer Gesellschaft noch immer Attacken auf Minderheiten und Volksgruppen gibt, zeigen auch die Grabschändungen der letzten Ruhestätte von Roma und Sinti, Romnja und Sintizze des letzten Sommers und heurigen Frühjahrs auf mehreren Wiener Friedhöfen. Und es gibt spürbare Diskriminierung von Angehörigen dieser Volksgruppen am Arbeitsplatz, in der Schule und durch Medienberichte, wie der Verein Romano Centro in seinen Berichten aufzeigt. Oft trauen Betroffene sich nicht, Vorfälle und Übergriffe zu melden, aus Angst, ihre Lage würde sich dadurch noch weiter verschlechtern. „Jede Form von Antiziganismus ist zutiefst unchristlich“, stellt das Präsident:innen-Team der KAÖ, Ferdinand Kaineder, Katharina Renner und Thomas Immervoll, klar. „Als Christinnen und Christen sind wir aufgerufen, im Alltag unsere Solidarität mit den Opfern zu zeigen und unterstützend zur Seite zu stehen. Die christlichen Pfarrgemeinden können Orte der Begegnung, der Aussprache und des Mut Machens sein, gerade auch für Angehörige der Volksgruppen, die in ihrem Alltag in unserer Gesellschaft persönlich Herabwürdigung erfahren.“
(ps/31.7.2025)