Tuesday 15. October 2019
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KAÖ

 

 

 

Die Katholische Aktion (KA) ist die offizielle Laienorganisation der katholischen Kirche in Österreich.

 

In Verbundenheit mit den Bischöfen verwirklicht sie den Sendungsauftrag der Kirche.

 

In der KA engagieren sich Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer gemäß ihrer Berufung als Christinnen und Christen.


Katholische Aktion - die Radikalität des Evangeliums in der Normalität des Alltags leben!

 

KAÖ-Präsident würdigt Ernst Waldstein

 

"Doyen" des Laienapostolats in Österreich ist im 94. Lebensjahr verstorben

 

Der "Doyen" des Laienapostolates in Österreich, Ernst Waldstein, ist im 94. Lebensjahr verstorben. Der Präsident der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), Leopold Wimmer, würdigte in seinem Nachruf vor allem Waldsteins Versöhnungswerk. „Was er in der 1960er Jahren mit der Aussöhnung der slowenischen und  deutschen Volksgruppen in Kärnten begonnen hat, hat er nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989/90 auf europäischer Ebene fortgesetzt. So hat sich Waldstein für die deutsch-tschechische Aussöhnung eingesetzt, u.a. in Zusammenarbeit mit der deutschen Ackermann-Gemeinde“, erinnerte Wimmer. „Auch seine Unterstützung des Wiederaufbaus des Laienapostolats in den Ländern Osteuropas leistete er im Blick auf ein friedliches und geeintes Europa. Angesichts der aktuellen Entwicklungen, geprägt durch Populismus und nationale Egoismen, kann sein Engagement nicht hoch genug bewertet werden und als hochaktuelles Vorbild dienen“, so der KAÖ-Präsident.

 

Waldstein war von 1972 bis 1985 Präsident der Katholischen Aktion der Diözese Gurk, von 1973 bis 1976 und von 1982 bis 1985 war er zudem Vizepräsident der Katholischen Aktion Österreich. „Die Katholische Aktion hat Waldstein viel zu verdanken. Seinen Einsatz für das Laienapostolat insgesamt und für eine Kirche im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils hat er über Jahrzehnte geleistet, auch gegen manche Widerstände, die es in den Jahrzehnten seit dem Konzil gegen ein selbstbewusstes Laienengagement in der katholischen Kirche gegeben hat“, betonte Wimmer. Mit seinem Wirken in der Bischofssynode über die Laien 1987 und seinem Einsatz im Europäischen Laienforum hat sich Waldstein auch international hohe Anerkennung erworben.

 

Für Waldstein, der am 21. Jänner gestorben ist, findet am 31. Jänner um 18 Uhr im Wiener Stephansdom ein feierliches Requiem mit anschließender Agape im Erzbischöflichen Palais statt. Die Beerdigung des Verstorbenen findet auf dessen Wunsch im engsten Familienkreis in seinem Geburtsort in Hirschberg in Nordböhmen statt. Eine Seelenmesse im Klagenfurter Dom wird am 24. Februar um 19 Uhr gefeiert.

 

Geboren 1925 in Hirschberg in Böhmen als Erbe eines großen Vermögens landete er 1945 nach der Vertreibung aus seiner Heimat als mittelloser Flüchtling in Österreich. Vor diesem persönlichen Hintergrund wurde er ein lebenslanger Vorkämpfer gegen nationalen Chauvinismus und für Versöhnung zwischen den Völkern und spielte so eine Schlüsselrolle in der Bewältigung des deutsch-slowenischen Ortstafelstreits im Kärnten der 1970er Jahre. Sein kirchliches Engagement im engeren Sinn begann 1962 bei der Vorbereitung des Österreichischen Katholikentages.

 

1969 war er entscheidend an der Initiative beteiligt, mit einer Dözesansynode in Kärnten zu einer Versöhnung und neuen Zusammenarbeit zwischen der deutschen und slowenischen Volksgruppen zumindest innerhalb der Kirche beizutragen. Dies war umso wichtiger zumal außerhalb der Kirche mit dem losgebrochenen Kärntner "Ortstafelstreit" die Gräben zwischen den Volksgruppen erneut aufgerissen wurden. Der damalige sozialistische Bundeskanzler Bruno Kreisky berief daraufhin Ernst Waldstein und Valentin Inzko, die beiden eng befreundeten Exponenten der innerkirchlichen Versöhnung der Volksgruppen, in die staatliche Ortstafel-Kommission. Beide konnten Schritte zur Versöhnung im Land bewirken.

 

Von 1972 bis 1985 war Waldstein Präsident der Katholischen Aktion der Diözese Gurk, von 1986 bis 1990 Präsident des Katholischen Laienrates Österreichs (KLÖ), dessen aktiver Ehrenpräsident er bis zu seinem Tode blieb. Von 1988 bis 1992 fungierte er überdies als Präsident des Europäischen Laienforums. Als quasi ranghöchster katholischer Laie in Europa nützte er diese Funktion, um nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in den ehemals kommunistischen Ländern das kirchliche Laienwesen im Aufbau zu begleiten und zu unterstützen. Für sein Wirken wurde Waldstein vielfach geehrte. So erhielt er mit dem Komturkreuz mit Stern des Gregorius-Ordens und dem Komturkreuz des Sylvester-Ordens sehr hohe päpstliche Auszeichnungen. Das Land Kärnten verlieh ihm das Große Goldene Ehrenzeichen, von der Diözese Gurk wurde er mit der Hemma-Medaille in Gold und vom Volksrat der Kärntner Slowenen mit der Andrej-Einspieler-Plakette gewürdigt.

 

Der jetzige Präsident des KLÖ, Wolfgang Rank, würdigte Waldstein als "Gedankenbringer und Brückenbauer", der Jahrzehnte hindurch die Arbeit der katholischen Laienorganisationen wesentlich mitgeprägt habe. Angesichts bestehender Spannungsfelder in der Kirche wie Gehorsam/Freiheit, Bewahren/Verändern, Amt/Charisma sei Waldstein immer für das "Sowohl-als-auch" sowie für den Dialog eingetreten. Dass heuer ein regelmäßiger "strukturierter Dialog" zwischen Bischöfen und Laienorganisationen verwirklicht wird, sei ganz im Sinn Waldsteins, so Rank. Er bezeichnete dessen Leben als "Vorbild und Auftrag" für den KLÖ.

 

Waldstein habe die katholischen Laienorganisationen oftmals mit einer "bunten Blumenwiese" verglichen und damit die Aufforderung verbunden, diese in ihrer Vielfalt und Eigenart anzuerkennen, sagte Rank weiter. Zugleich sei der Verstorbene immer ein Anwalt der Zusammenarbeit sowohl zwischen den Laienorganisationen als auch generell in der katholischen Kirche in Österreich gewesen: "Er trat für das gemeinsame Tragen der Mitverantwortung für die Kirche ein."

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