Freitag 21. September 2018
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Die Katholische Aktion (KA) ist die offizielle Laienorganisation der katholischen Kirche in Österreich.

In Verbundenheit mit den Bischöfen verwirklicht sie den Sendungsauftrag der Kirche.

 

In der KA engagieren sich Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer gemäß ihrer Berufung als Christinnen und Christen.


Katholische Aktion - die Radikalität des Evangeliums in der Normalität des Alltags leben!

 

KAÖ-Appell an Bundeskanzler: Arbeitsgesetzänderung verschieben!

 

Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich, Schaffelhofer: Einwände von vielen Seiten sind keine Oppositionsrhetorik, sondern sind von ernsthafter Sorge um das Wohl von Arbeitnehmern und Familien getragen 

 

Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) appelliert an Bundeskanzler Sebastian Kurz, mit dem geplanten Beschluss der Änderungen im Arbeitszeitgesetz im Parlament zuzuwarten und das Gespräch mit den Sozialpartnern, Interessenverbänden und den Kirchen zu suchen. „Das Argument des Bundeskanzlers, die neuen gesetzlichen Regelungen seien gut und die Einwände dagegen beruhten auf Falschinformationen, kann ich nicht nachvollziehen“, erklärte KAÖ-Präsidentin Gerda Schaffelhofer am Dienstag. „Die Argumente und Einwände, die von vielen Seiten vorgebracht worden sind - von der Bischofskonferenz, der Allianz für den freien Sonntag, dem Katholischen Familienverband, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung bis hin zu Gewerkschaften und Arbeiterkammer – sind nicht Oppositionsrhetorik, sondern sind von ernsthafter Sorge um das Wohl von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und Familien und um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Österreich getragen“, so die KAÖ-Präsidentin.

 

„Eine Änderung des Arbeitsgesetzes und des Arbeitsruhegesetzes, wie sie jetzt von der Regierung geplant ist, trifft jeden Österreicher direkt oder indirekt in seinem alltäglichen Leben. Die Regierung betont in ihrem Programm an mehreren Stellen und ausführlich, dass ihr die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein großen Anliegen ist. Eine Ausweitung von Arbeitszeiten und eine Aufweichung der Sonn- und Feiertagsruhe sind ein massiver Eingriff ins Familienleben. Hier ein Gesetz ohne ausführliche Beratung und Debatte durchzupeitschen, ist fahrlässig“, betont Schaffelhofer.

 

Widerspruch zu Regierungsprogramm

 

„Auch wenn im Gesetz die Freiwilligkeit betont wird: In der durchschnittlichen Arbeitswelt ist Freiwilligkeit relativ. Alleinerzieherinnen etwa, die Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen müssen und gleichzeitig auf jeden Euro an Einkommen angewiesen sind, geraten in eine immer stärkere Zwickmühle. Sie werden eine Ablehnung von gewünschten Überstunden kaum riskieren, wenn sie als Konsequenz eine Entlassung befürchten. Und wenn die Entlassung in einem gewissen zeitlichen Abstand zur abgelehnten Überstunde erfolgt, sind die Aussichten einer Klage der Betroffenen vor dem Arbeitsgericht gering“, gibt die KAÖ-Präsidentin zu bedenken.

 

„Wenn die ÖVP aus bestimmten Gründen gegen die Ganztagsschule ist und einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung für Drei-bis Sechsjährige stoppen will, Arbeitnehmer aber länger und flexibler arbeiten lassen will, muss sie erklären, was sie unternimmt, um gleichzeitig die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wie sie ausdrücklich im Regierungsprogramm versprochen wird, zu gewährleisten. Dort sind etwa als Maßnahmen ein ‚flächendeckender Ausbau der qualitativen schulischen Nachmittagsbetreuung‘ und eine ‚Ausweitung der professionellen Ferienbetreuung‘ angeführt. Davon habe ich bisher nichts gehört und gesehen.“

 

„Das sind nur einige der vielen offenen Fragen und Probleme, die sich mit der geplanten Änderung des Arbeitszeitgesetzes ergeben. Ich appelliere an den Bundeskanzler, die gesamte Regierung und die Abgeordneten der Regierungsparteien, den Beschluss der Gesetzesänderung zu verschieben und in den kommenden Monaten sich ernsthaft mit den Einwänden auseinanderzusetzen. Es wäre nicht nur im Sinne der vielen Betroffenen, sondern auch im Sinne der demokratischen und sozialpolitischen Kultur in unserem Land.“

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