Dienstag 12. Dezember 2017
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Die Katholische Aktion (KA) ist die offizielle Laienorganisation der katholischen Kirche in Österreich.

In Verbundenheit mit den Bischöfen verwirklicht sie den Sendungsauftrag der Kirche.

 

In der KA engagieren sich Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer gemäß ihrer Berufung als Christinnen und Christen.


Katholische Aktion - die Radikalität des Evangeliums in der Normalität des Alltags leben!

 

Gesetze auf Familienfreundlichkeit prüfen

 

Alle Gesetze und Maßnahmen sollen künftig darauf hin geprüft werden, wie familienfreundlich sie sind: Das fordert die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) vom künftigen Parlament bzw. der nächsten Bundesregierung. „Familien bedeuten Zukunft. In der Familienpolitik ist daher stets die Frage nach der Nachhaltigkeit bestimmter Maßnahmen im Sinne der zukünftigen Generationen zu stellen“, so die KAÖ. Daher sollte bei Gesetzen und Verordnungen im Interesse aller Familien und ihrer Mitglieder eine Familienfreundlichkeitsprüfung stattfinden, heißt es in einer Stellungnahme der Katholischen Aktion zur bevorstehenden Nationalratswahl zu den Themen Familie, Kinder, Jugend, Lebensschutz, Pflege und Inklusion.

 

Die KAÖ fordert weitere Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Elternteile: Dazu zählten gleicher Lohn für gleiche Arbeit für Frauen und Männer, Rücksicht auf die Situation der Eltern mit ihren Pflege- und Erziehungsaufgaben bei der Regelung von Arbeitszeiten, ausreichende Betreuungsangebote sowie verbesserte Rahmenbedingungen, damit existenzsichernde Erwerbsarbeit - vor allem auch für Frauen – möglich ist.

 

„Großes Augenmerk“ muss laut KAÖ auf Maßnahmen gegen die steigende Armutsgefährdung von Familien gelegt werden. Familien seien überproportional armutsgefährdet, für Alleinerzieherinnen und -erzieher (Ein-Eltern-Familien) trifft dies noch einmal stärker zu. Die Katholische Aktion fordert daher eine laufende Inflationsanpassung von Familienleistungen – ähnlich den Pensionen – und die Sicherung der Finanzierung des Familienlastenausgleichsfonds (FLAF). Auch müsse dringend eine neuen Kinderkostenstudie erstellt, denn die derzeit herangezogenen Zahlen für die finanziellen Belastungen von Eltern stammen noch aus den 1960er-Jahren.

 

Im Blick auf die Kinder tritt die KAÖ dabei für eine Kindergrundsicherung ein, die unabhängig ist von der Familienform, der Herkunft oder des Aufenthaltsstatus der Eltern. Kinder und Jugendliche brauchen stabile Beziehungen zu Erwachsenen, von denen sie liebevoll begleitet und unterstützt werden. Sie haben aber auch ein Recht auf eine gesicherte Existenz und eine bestmögliche Entwicklung und Förderung ihrer Begabungen. Politik, Gesellschaft und Kirche wie auch jeder und jede Einzelne sind hier gefordert“, so die KAÖ.

 

Es brauche u.a. eine Aufwertung der Elementarpädagogik – in der Ausbildung und Entlohnung der Pädagog/innen als auch als Forschungsrichtung – und ein flächendeckendes Angebot an kostenlosen qualitätsvollen Kinderbetreuungsplätzen. Weiter tritt die Katholische Aktion für eine Förderung der Kooperation von schulischen und außerschulischen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, für einen Ausbau der Schulsozialarbeit, eine Aufwertung der Lehrberufe und eine Ausweitung des Stipendienwesens ein.

 

Im Leben der Kinder und in der Bildung müssen auch religiöse Fragen ihren Platz haben, betont die KAÖ in ihrer Stellungnahme. Nötig seien u.a. ein sensibler Umgang mit der Herkunftsreligion der Kinder und Jugendlichen, eine Bewusstseinsbildung gegen religiöse Diskriminierung, ein verstärkter interreligiöser Austausch durch gemeinsame Feste und Projekte sowie die Verwirklichung der Kinderrechte in den einzelnen Religionsgemeinschaften.

 

Schutz des Lebens fördern

 

Im Bereich des Lebensschutzes unterstreicht die Katholische Aktion ihre Haltung, dass das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod geschützt sein muss und jede Manipulation am menschlichen Leben in jeder Lebensphase, vor allem am Beginn und Ende des Lebens, abzulehnen ist. Ebenso sei die Unterscheidung zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben strikt abzulehnen und jeder Selektion von menschlichem Leben Einhalt zu gebieten.

Die KAÖ fordert daher die Abschaffung der eugenischen Indikation, eine bundesweite anonyme Statistik über die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche und eine regelmäßige wissenschaftliche und anonyme Erforschung der Gründe für Schwangerschaftsabbrüche sowie eine Trennung zwischen beratendem und abtreibendem Arzt. Auch in der Fortpflanzungsmedizin brauche es dringend  die Einführung einer verpflichtenden unabhängigen Beratung, das Verbot der Tötung überzähliger Embryonen, eine begleitende wissenschaftliche Dokumentation und die bessere Verankerung des Rechtes der Kinder, Auskunft über ihre leiblichen Eltern zu erhalten.

 

Am Ende seines Lebens steht dem Menschen das „Grundrecht auf ein Sterben in Würde“ zu, die Katholische Aktion plädiert daher für die Verankerung des Verbotes aktiver Sterbehilfe in der Verfassung und den Ausbau von Sterbebegleitung und Hospizwesen. Generell gehe es um „eine lebensbejahende Grundstimmung in unserer Gesellschaft“: „Die Zuwendung und Fürsorge, der vor allem Kinder sowie alte und kranke Menschen bedürfen, kann nicht mit Gesetzen und Strafen erzwungen werden. Es können und sollen aber durch Unterstützung und Hilfe Rahmenbedingungen geschaffen werden, die auch in schwierigen Situationen ein Ja zum menschlichen Leben ermöglichen.“

 

Pflege: Neue Modelle und Finanzierung

 

Im Bereich der Pflege sieht die Katholische Aktion dringenden Handlungsbedarf zu deren mittel- und langfristigen Sicherung. „Eine qualitätsvolle, an der Menschenwürde orientierte Pflege muss für alle sichergestellt und leistbar sein“, so die Stellungnahme. Es brauche neue Modelle für die 24-Stunden-Pflege, die verschiedene Formen der Unterstützung kombinieren und auf die tatsächlichen Bedürfnisse der zu Pflegenden genauer abgestimmt sind, den Ausbau der mobilen Dienste und die Schließung von Versorgungslücken zwischen der 24-Stunden-Pflege und den Betreuungs- und Pflegeangeboten zuhause, damit die Menschen auch bei  erhöhtem Pflegebedarf weiter in vertrauter Umgebung leben können. Nötig seien auch Verbesserungen bei Ausbildung, Gehalt, Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen der Pflegerinnen und Pfleger.

 

Zur Finanzierung tritt die Katholische Aktion für eine Aufstockung und Fortführung des bundesweiten Pflegefonds auch nach 2018 und eine Valorisierung des unzureichend wertangepassten Pflegegeldes ein.

 

Inklusion: Struktur- und Kulturwandel nötig

 

Um Menschen mit Behinderungen Inklusion zu gewährleisten, ist laut KAÖ ein Struktur- und Kulturwandel in vielen Bereichen notwendig, vom Kindergarten und der Schule über die Arbeitswelt bis zu Betreuung und Pflege, von Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr bis zu entsprechenden Wohnmöglichkeiten. Die Katholische Aktion setzt sich ein für eine umfassende Unterstützung von Eltern behinderter Kinder, und dies schon während der Schwangerschaft, besonders durch qualitätsvolle Beratung. Das gesetzlich beschlossene inklusive Bildungssystem sei in der Praxis in vielen Schulen und Schulklassen noch nicht angekommen, besonders was die Bereitstellung von unterstützenden Pädagogen und Sozialarbeitern betrifft. Auch brauche es den Aufbau bzw. Ausbau eines inklusiven Arbeitsmarktes, so die KAÖ.

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