Dienstag 27. Juni 2017
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TAGUNG | Flucht u. Integration in Europa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Katholische Aktion (KA) ist die offizielle Laienorganisation der katholischen Kirche in Österreich.

In Verbundenheit mit den Bischöfen verwirklicht sie den Sendungsauftrag der Kirche.

 

In der KA engagieren sich Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer gemäß ihrer Berufung als Christinnen und Christen.


Katholische Aktion - die Radikalität des Evangeliums in der Normalität des Alltags leben!

 

"Ich schäme mich für Österreich"

KAÖ-Präsidentin Schaffelhofer zu Debatten über Flüchtlinge: "Politische Taktik, die vergisst, dass es um Menschen geht – dagegen kann man sich nicht oft genug zur Wehr setzen."

 

Es mag ja sein, dass politische Taktik manchmal ein durchaus notwendiges Übel ist. Das Schauspiel, das uns derzeit aber von österreichischen Politikern geboten wird, ist unerträglich. Man müsste quasi täglich aufschreien, will man sich noch in den Spiegel schauen können.

 

Dass wir derzeit ein Koalitionsgezänke wegen 50 unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, die unser Land im Rahmen des von der EU ausgearbeiteten Relocation-Programmes aufnehmen sollte, erleben, ist ein weiterer Meilenstein auf dem österreichischen Weg in eine Austria first Politik. Über Donald Trump mit seiner Amerika first Strategie haben wir uns den Mund zerrissen, aber wir denken inzwischen in denselben Kategorien. Noch vor Monaten haben wir uns für ein gemeinsames Vorgehen der EU in der Flüchtlingsfrage eingesetzt, haben die Unfähigkeit der EU-Politiker angeprangert, die es nicht schaffen,  alle Mitgliedsstaaten zu einem gemeinsamen Solidaritätspakt angesichts der Flüchtlingskrise zu bewegen.

 

Und jetzt weigern wir uns, die Auflagen der EU, die  keineswegs unsere Möglichkeiten sprengen, in Frage zu stellen.  1953 Flüchtlinge soll Österreich in diesem Jahr aufnehmen, wahrlich eine überschaubare Zahl und keineswegs eine Zumutung seitens der EU.  Aber es spießt sich schon bei den ersten Fünfzig. Da werden Briefe nach Brüssel geschrieben, alle diplomatischen Schachzüge ausgelotet, da vergeuden Minister ihre Zeit mit gegenseitigen Schuldzuweisungen anstatt anzupacken und für fünfzig Jugendliche Quartiere und Betreuung zu beschaffen. Letzteres, also Problemlösung!, sollte man sich von den von uns gewählten Mandataren noch erwarten dürfen.

 

Wir sind erschüttert von den Giftangriffen auf syrische Kinder. Mit Recht. Aber Empörung allein genügt nicht. Wir müssen dieser Bestialität etwas entgegensetzen, und das kann nur Solidarität mit den Betroffenen sein. Das gilt freilich für alle Länder der EU, aber eben auch für Österreich. Sich hier Ausnahmeregeln erschleichen zu wollen, heißt Menschenrechte mit Füßen treten. Sich auf frühere Verdienste zu berufen ist zudem kindisch. Der Krieg und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit schreiten fort, täglich, stündlich. Sich auf dem Kissen früher geleisteter Hilfe ausruhen zu wollen ist ebenso zynisch wie die Kritik des Außenministers an den NGOs, die sich angesichts des Elends der Menschen nicht auf die Zuschauerrolle beschränken wollen und dies aufgrund ihrer ureigensten Berufung auch niemals dürften.

 

Politische Taktik, die vergisst, dass es um Menschen geht – dagegen kann man sich nicht oft genug zur Wehr setzen. Die meisten von uns haben die Gräuel des Krieges am eigenen Leib nicht mehr erlebt. Gott sei Dank. Dadurch wissen wir aber nicht mehr, was es heißt, Bomben entkommen zu müssen, Hunger zu haben, zu bangen, ob das eigene Kind noch heil von der Schule heimkommt. Seien wir dankbar dafür. Und zeigen wir unsere Dankbarkeit in einem zutiefst solidarischen Verhalten. Als Staat und als einzelne.

 

> Gastkommentar im Kärntner Sonntag

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Veranstaltungsreihe in der Steiermark in Kooperation mit dem Land Steiermark und "Welt der Frau"

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