Vom Werkzeug der Hierarchie zu Gesandten Christi
40 Jahre Dekret über das Laienapostolat
Vom Werkzeug der Hierarchie zu Gesandten Christ - Präsidentin der Katholische Aktion Österreich unterstreicht zum 40. Jahrestag des Dekrets über das Apostolat der Laien (Apostolicam Actuositatem) Würde und Verantwortung der Laien und dankt für das vielfältige Engagement.
Das gemeinsame Priestertum als Wende im Miteinander von Laien und Amt
Vor 40 Jahren, am 18. November 1965, wurde im Rahmen des Zweiten Vatikanischen Konzils das Dekret über das Laienapostolat unterzeichnet. Das Konzil hat in Fortsetzung der Tradition mit dem Begriff des "gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen" in mehreren Dekreten eine wahre Gleichheit aller Glaubenden bekräftigt. Laien haben als Gläubige Teil an der Sendung der Kirche: "Das Apostolat der Laien aber ist Teilhabe an [...] der heilmachenden Sendung der Kirche; zu diesem Apostolat werden alle vom Herrn selbst durch Taufe und Firmung bestimmt" (Dogmatische Konstitution über die Kirche, Lumen Gentium, LG 33). Die Laien sind also nicht durch die Hierarchie, sondern "vom Herrn selbst zum Apostolat bestimmt", sie haben "die Pflicht und das Recht zum Apostolat [...] aufgrund ihrer Einheit mit Christus, dem Haupt, selbst" (Apostolicam actuositatem, AA 3).
Damit sind die Laien endgültig vom "verlängerten Arm der Bischöfe" zu Trägerinnen und Trägern der Sendung der Kirche selbst geworden. Die Zusammenarbeit der Laien mit dem Amt - das als "ministerium", als besonderer Dienst im und am Volk Gottes, nicht nivelliert wird - soll, so das Konzil, von Gemeinschaft, der "communio" geprägt sein, die sich im vertrauensvollen Dialog und im wechselseitigen Hören aufeinander erweist (vgl. LG 37).
Die besondere Berufung der Laien:
Als spezielle Verantwortung der Laien unterstreicht das Konzil im Dekret über die Kirche deren Berufung, "die Kirche an den Stellen und unter den Umständen gegenwärtig und wirksam zu machen", wo die Kirche nur durch die Laien "Salz der Erde werden kann" (LG 33). Dazu bedürfen die Laien eben keines zusätzlichen besonderen Auftrags durch das Amt. Diese Berufung wurde weltweit in den letzten Jahrzehnten in vielfältigen Formen von den Laien realisiert, als Einzelpersonen, in eigenem Namen als Bürgerinnen und Bürger, wie auch in organisierter Form in Gliederungen und Bewegungen unterschiedlichster Art.
In AA20 betont das Konzil die Rolle der "Katholischen Aktion" als besondere Form des organisierten Laienapostolats. Diese ist gekennzeichnet durch vier Merkmale:
a) Das unmittelbare Ziel dieser Organisationen ist das apostolische Ziel der Kirche, nämlich in Hinordnung auf die Evangelisierung und Heiligung der Menschen sowie auf die christliche Bildung ihres Gewissens, so dass sie die verschiedenen Gemeinschaften und Milieus mit dem Geist des Evangeliums durchdringen können.
b) Die Laien arbeiten in der ihnen eigentümlichen Weise mit der Hierarchie zusammen, tragen ihre eigene Erfahrung bei und übernehmen Verantwortung in der Leitung dieser Organisationen, in der Beurteilung der Verhältnisse, unter denen die pastorale Tätigkeit der Kirche auszuüben ist, und in der Planung und Durchführung des Aktionsprogramms.
c) Die Laien handeln vereint nach Art einer organischen Körperschaft, so daß die Gemeinschaft der Kirche deutlicher zum Ausdruck gebracht und so das Apostolat wirksamer wird.
d) Die Laien, die sich freiwillig anbieten oder zum Wirken und zur direkten Mitarbeit mit dem hierarchischen Apostolat eingeladen werden, handeln unter der Oberleitung der Hierarchie selbst. Diese kann die Mitarbeit auch durch ein ausdrückliches Mandat bestätigen. (AA 20)
In Österreich haben die Bischöfe die Katholische Aktion als "offizielle Laienorganisation" der katholischen Kirche beauftragt. Dieser Auftrag ist der Katholischen Aktion Auszeichnung, aber auch Verpflichtung, und sie ist sich ihrer besonderen Verantwortung für das Laienapostolat in unserem Lande bewusst. Dies zeigt sich im vielfältigen Engagement von Jugendlichen, Frauen und Männern in kirchlichen Gremien, im Bemühen die Zeichen der Zeit zu lesen, in apostolischen Initiativen, vor allem aber in der alltäglichen Arbeit in den Pfarren und Gruppen.
Dank
In ihrer Eigenschaft als Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich dankt Luitgard Derschmidt all jenen, die - innerhalb und auch außerhalb der KA - dem ermutigenden Aufruf des Konzils gefolgt sind und sich freudig, auch wenn es oft mit Schwierigkeiten verbunden war, in den Dienst der Sendung der Kirche gestellt haben und so ihrer Berufung vom Herrn selber (AA 3) nachgekommen sind. Dadurch ist nicht zuletzt, wie im Zweiten Vatikanischen Konzil angestrebt, mehr Realitätsnähe und Zeitgemäßheit in die Kirche und ihre apostolische und pastorale Tätigkeit gekommen.
Wien, am 18. November 2005











