70. Jahrestag des Novemberpogroms
Nur mit dem Ausdruck der Scham kann daran erinnert werden, wie unempfindlich Christinnen und Christen in der Vergangenheit gegenüber der Verfolgung jüdischer Menschen und anderer Gruppen waren. Dies darf man nicht verschweigen! ChristInnen, die ihrem Gewissen folgend die Stimme erhoben und den Mut zum Widerstand gefunden haben, gab es sehr wohl auch, aber leider zu wenige.
Das Gedenken an diesen Tag der Schande ist um so wichtiger, als auch heute Fremdenhass und Antisemitismus vorkommen, das Asylrecht nicht nur in unserem Land, sondern in ganz Europa immer härter gefasst wird und Politiker die Ängste der Menschen in populistischer, unverantwortlicher Weise für die eigenen Interessen missbrauchen. "Die Methode der sprachlichen Vernebelung, die Dinge nicht direkt auszusprechen, sondern durch Benennungen schönzufärben, wird nach wie vor verwendet, um den Menschen Sand in die Augen zu streuen." stellt Luitgard Derschmidt, Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), fest. "So wurde damals dieses entsetzliche Geschehen "Reichskristallnacht" genannt. Heute erlaubt man sich rassistische und menschenverachtende Äußerungen unter dem Deckmantel der sozialen Sorge und spielt so Menschen gegeneinander aus, wertet ab und diskriminiert." Toleranz, gegenseitiger Respekt und Nächstenliebe sollten vielmehr zu den wichtigsten Werten einer modernen, demokratischen Gesellschaft gehören.
Die KAÖ ruft daher alle Menschen auf, sich in ihrem Sprachgebrauch und ihrem Handeln kritisch zu beobachten und menschenverachtenden Äußerungen anderer öffentlich entgegenzutreten.










