Die Börse darf kein Ziel für die ÖBB sein
Als vollkommen falschen Weg bezeichnet die Vorsitzende des Forums "Arbeit, Wirtschaft und Soziales "der Katholischen Aktion Österreichs, Christa Ellbogen, das Ziel von ÖBB-Geschäftsführer Martin Huber die ÖBB börsenfit zu machen. Nicht die Börse und damit eine Gewinnmaximierung dürfe das Ziel der ÖBB sein, sondern eine Maximierung des Nutzens der ÖBB für möglichst viele ÖsterreicherInnen müsse an erster Stelle stehen. Diese Nutzenmaximerung bedeute ein gutes Service, optimale und ausreichende Verbindungen für PendlerInnen, die Einstellung möglichst weniger Nebenbahnen sowie Buslinien in angemessenen Taktfrequenzen in möglichst alle Gemeinden Österreichs.
Die von Martin Huber gewünschte Richtung sei ein weiteres Beispiel, so Ellbogen, dass im 21. Jahrhundert das Verständnis von Gemeinwohl vollkommen aus dem Auge vieler Unternehmenschefs verloren gegangen ist: Nicht der Gewinn sondern der Mensch muss auch im 21. Jahrhundert im Mittelpunkt jegliche Handelns stehen. Gerade jene Unternehmen, die eine zentrale Bedeutung für die infrastrukturelle Versorgung aller ÖsterreicherInnen haben, sind hier besonders gefordert.Dies bedeute, dass der Gewinn der ÖBB möglichst klein gehalten werden müsse und möglichst viel in den Ausbau und Erhalt des Unternehmens investiert werden müsse.
"Wir brauchen eine Rückkehr zu den Grundprinzipien der Katholischen Soziallehre" ist die Crista Ellbogen überzeugt. Dies heißt nicht, dass staatliche Unternehmen Verluste ohne Grenzen machen können sowie schlechtes Service und Qualität bieten dürfen. Weder das eine noch das andere Extrem entspricht einer menschengerechten Gesellschaft. Die Herausforderung für die Manager von heute bestehe darin, die goldene Mitte zu finden, wie sie auch die Katholische Soziallehre vorgibt.
Leider ist diese Denken auch in der Politk viel zu wenig verhaftet. Christa Ellbogen sieht es daher als eine zentrale Aufgabe der KA an, die Grundprinzipien der katholischen Soziallehre wieder verstärkt in die österreichische Gesellschaft, sowohl zu den Menschen an der Basis wie auch zu den PolitkerInnen und ManagerInnen zu bringen.
Dann würde man auch über Börsengänge wie jenen der österreichischen Post kritischer Nachdenken. Hier sei das schon passiert, was bei den Bundesbahnen verhindert werden muss: Die Unternehmensleitung freut sich über dicke Gewinne, während zehntausende Menschen in Österreich täglich die Konsequenzen der geschlossenen Postämter spüren müssen.
In der Art und Weise wie zentrale Unternehmen wie die ÖBB handeln, zeige sich auch wie solidarische die österreichische Gesellschaft heute ist: Solidarisch mit jenen hunderttausenden ÖsterreicherInnen, die täglich auf eine optimale Bahn- oder Busverbindung angewiesen sind, um rechtzeitig am Arbeitsplatz zu sein, aber auch rechtzeitig wieder zu Hause zu sein um, sich ihrer Familie und besonders ihren Kinder in ausreichender Zeit widmen zu können. Dies ernst zu nehmen, heißt auch die Würde jedes einzelnen Menschen wahrzunehmen und zu respektieren und die Bahn nicht in erster Linie für jene zu optimieren, deren Ziel nur der rasche Gewinn an der Börse ist.










